Schutzmassnahmen

«Leute würden sich darauf einstellen»: Gewerbe stützt Kanton grösstenteils in der Maskenfrage

In immer mehr Kantonen gehört die Maske beim Einkaufen dazu.

In immer mehr Kantonen gehört die Maske beim Einkaufen dazu.

Eine allfällige Maskentragepflicht würde bei den Läden in der Region laut einer Umfrage auf Verständnis stossen, auch wenn die Gewerbler Einbussen fürchten. Einen zweiten Lockdown gelte es unbedingt zu verhindern, so der Tenor.

Basel-Stadt, Zürich, Freiburg, Jura, Genf, Waadt, Neuenburg und Wallis: Das ist die Liste der Kantone, wo die Bevölkerung beim Einkaufen bereits eine Maske tragen muss. Viele andere Kantone denken aufgrund der steigenden Covid-19-Fallzahlen ebenfalls über eine Maskentragepflicht in den Läden nach, und analysieren die Situation laufend. Darunter auch der Kanton Solothurn, wie er in den vergangenen Tagen mehrfach betonte.

Beim hiesigen Gewerbe beobachtet man die Lage gespannt, sagt Hans Ruedi Kern, der beim Verein «Gewerbe Olten» für den Detailhandel zuständig ist. Kern betont: «Wenn der Kanton Solothurn sich für eine Maskentragepflicht in den Läden entscheidet, dann würden wir das befürworten.»

Unterstützung vom regionalen Gewerbe

Die meisten Läden in Olten seien auf eine mögliche Maskentragepflicht sogar schon vorbereitet, so Kern. «Einige haben sich schon zusätzliche Masken beschafft.» Wie sich die Masken auf die Konsumlaune der Menschen in Olten auswirke, sei schwer zu beurteilen, «aber mit einem Umsatzrückgang müssen wir wohl rechnen», sagt Kern.

Erfahrungen aus anderen Kantonen würden aber zeigen, dass sich der Umsatzrückgang vor allem in den ersten Tagen nach Einführung der Maskentragepflicht bemerkbar mache. «Nach einem oder zwei Tagen gibt sich das aber meistens».

Laut Kern seien die Kunden bereits sensibilisiert. «Wenn wir mit der Zeit des Lockdowns im Frühling vergleichen, dann tragen die Kundinnen und Kunden bereits heute häufiger Masken», so Kern. «Die Masken werden also bereits freiwillig getragen, und zwar von immer mehr Leuten». Und trotzdem gibt es sie nach wie vor: Die Menschen, die aus persönlichen Gründen keine Maske tragen wollen. Das sei ein Punkt, der den Detailhändlern etwas Sorgen mache, erzählt Kern.

«Wir machen uns viele Gedanken darüber, wie wir mit den Gegnern von Masken umgehen sollen. Die Hauptstrategie wird es sein, die Kundinnen und Kunden auf die neue Regel hinzuweisen und ihnen aktiv eine Maske anzubieten», so der Detailhandelsverantwortliche von Gewerbe Olten. «Konflikte mit den Kunden wollen wir aber möglichst vermeiden». Grundsätzliche gehe er aber davon aus, «dass die Maskenpflicht verstanden wird».

Etwas kritischer äussert sich Charlie Schmid, der Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn: «Sicher sind wir nicht erfreut an einer Maskentragepflicht. Die Fallzahlen im Kanton Solothurn sind ja vergleichsweise auch niedrig. Andererseits gilt es, mit allen Mitteln einen erneuten Lockdown zu verhindern. Dieser hätte wesentlich massivere Schäden zur Folge», so Schmid. Er fürchte, dass das «lädele» in der Stadt weniger attraktiv werde. Aber auch er stellt fest: «Jedoch muss man auch sagen, dass zu erwarten ist, dass sich die Leute rasch auf die neue Situation einstellen würden». Trotzdem fürchte er, dass sich der Trend hin zum Online-Shoppen weiter verstärken könnte, so Schmid. 

Grossverteiler haben bereits Erfahrung

Bereits Erfahrungen sammeln konnten die Grossverteiler, zum Beispiel Coop und Manor. Bei den Kunden sei die Maskenpflicht auf keinen grossen Widerstand gestossen, so Coop-Mediensprecher Patrick Häfliger. «Die grosse Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden ist sehr verständnisvoll und hält sich an die Maskenpflicht».

Für eine allfällige Maskenpflicht in den Läden im Kanton Solothurn sei man parat: «Wir halten uns an die behördlichen Vorgaben und sind schweizweit auf eine allfällige Maskenpflicht in den Verkaufsstellen vorbereitet.» Auf die Umsätze hat sich die Maskentragepflicht laut Häfliger nicht ausgewirkt. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass in den Coop-Filialen Artikel des täglichen Grundbedarfs verkauft werden.

Auch der Grossverteiler Manor mit einer grossen Filiale in der Stadt Solothurn hat sich auf eine mögliche Maskentragepflicht vorbereitet, so die Medienstelle. «Bezüglich Umsetzung dieser Massnahme können wir sehr schnell handeln. Den Mitarbeitenden werden die Masken kostenlos abgegeben», so Mediensprecher Andreas Richter.

Man rechne damit, dass die Maskentragepflicht sich vor allem im Non-Food-Bereich auf die Umsätze auswirken könnte: «Etwa bei Kosmetik und Fashion dürfte die Kauflust zurückgehen», so Richter. Bisher sei die Maskentragepflicht von den Kunden akzeptiert worden. «Die meisten Kunden finden sich aber, dort wo sie besteht, mit der Maskenpflicht ab oder begrüssen sie sogar. Grundsätzlich sind die Kundinnen und Kunden sensibilisiert, wahren die Abstände und halten sich an eine allfällige Maskentragepflicht.»

Autor

Rebekka Balzarini

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