Zuchwil
«Wir sind ein kostenbewusster Kanton, was die Pflege betrifft»

Die Vereinigung Solothurner Alters und Pflegeheime (GSA) befasst sich an ihrer Generalversammlung in Zuchwil mit den Herausforderungen für das laufende Jahr. Der Verein möchte zudem vermehrt ein Zusammenschaffen mit den Tagesstätten.

Agnes Portmann-Leupi
Merken
Drucken
Teilen
Das neue Vorstandsmitglied Verena Hert mit Präsident Urs Hufschmid.

Das neue Vorstandsmitglied Verena Hert mit Präsident Urs Hufschmid.

Agnes Portmann-Leupi

Die Erhebung über Altersheime betreffend Krankenversicherungskosten-Entwicklung im 4. Quartal 2012 zeigt es deutlich: Der Kanton Solothurn figuriert an drittgünstigster Stelle. «Wir sind ein kostenbewusster Kanton, was die Pflege betrifft», blickte denn auch Urs Hufschmid, Präsident der Gemeinschaft Solothurnischer Alters und Pflegeheime (GSA), an der Generalversammlung in Zuchwil zurück. Zu den Schwerpunkten in diesem Jahr nannte er das Verbessern der Schnittstellen «Spital-Heime-Spitex» unter dem Gesichtspunkt der Lebensqualität der Pensionäre. Laut Hufschmid begrüsst die GSA ein Zusammenschaffen mit den Tagesstätten. Diese kämpfen um Aufnahme in den Katalog der Altersbetreuung. Entsprechend auch um eine angemessene Beteiligung der Aufenthalts- und Pflegekosten durch die öffentliche Hand.

100'000 Franken pro Bett

Grosses Gewicht wird zudem auf die Vernehmlassung «Pflegeheimplanung 2020» gelegt. Marcel Châtelain vom Amt für Soziale Sicherheit informierte über diese Planung, welche die demografische Entwicklung und die Sicherstellung der Pflege und Betreuung von älteren Menschen beinhaltet. Sie sieht bis 2020 die Erhöhung um 300 auf 3050 Betten vor. Beliefen sich die Vollkosten in der Langzeitpflege in den Solothurnischen Heimen 2012 auf 266 Mio. Franken, werden sie bis 2020 auf 326 Mio. Franken steigen. Als Faustregel gelten jährliche Kosten von rund 100 000 Franken pro Bett.

Neue Infrastruktur für SOdAS

Die Versammlung im Betagtenheim in Zuchwil genehmigte einstimmig die Rechnung 2012 mit einem Ertragsüberschuss von 18 992 Franken und einem Eigenkapital von 102 980 Franken. Das Budget 2013 zeigt sich ausgeglichen. Gutgeheissen, mit wenigen Enthaltungen, wurde auch der Antrag auf einmaligen Beitrag von 50 000 Franken an die Stiftung Oda Gesundheit im Kanton Solothurn (SOdAS). Die Stiftung finanziert sich in erster Linie über die obligatorischen, überbetrieblichen Kurse für die Berufe «Fachleute Gesundheit». In diesem Jahr stehen aber in Grenchen der Umzug in neue Schulungsräume bevor und dementsprechend Investitionen in eine neue Infrastruktur. Mitfinanzierende für die Gesamtkosten von 225 590 Franken sind der Kanton zur Hälfte sowie die Solothurner Spitäler AG und die Spitex. Die 50 000 Franken werden von der GSA vorerst als Darlehen zur Verfügung gestellt, bis auch die Spitex an ihrer Generalversammlung im November den Betrag gesprochen hat.

Dem Antrag von Kurt Friedli, Leiter des Seniorenzentrums Untergäu, auf Aufhebung der «SOMED-Statistik» des Bundes (Statistik der sozial-medizinischen Institutionen) verspricht die GSA nachzugehen. Laut Antragsteller resultiert aus dieser Statistik nur ein bürokratischer Aufwand ohne Ertrag. Als neues Vorstandsmitglied für das Ressort Bildung wurde mit Applaus Verena Hert, Heimleiterin des Alters- und Pflegeheims Weingarten in Olten, gewählt.