Sie haben Philipp Hadorn deutlich geschlagen, obwohl er als amtierender Nationalrat über mehr Bekanntheit verfügt. Warum gaben die Genossen Ihnen den Vorzug?

Susanne Schaffner: Es war ein offenes Auswahlverfahren. Meine Kompetenz und meine Durchsetzungskraft, die ich in der kantonalen Politik bewiesen habe, haben die Mitglieder bei ihrer Wahl entsprechend gewichtet. Unabhängig davon bin ich überzeugt: Philipp Hadorn wird seine Arbeit im Nationalrat weiterhin engagiert machen.

Als Oltnerin und Anwältin treten Sie in die Fussstapfen von Peter Gomm, ebenfalls Oltner und Anwalt. Er arbeitete zudem in der gleichen Kanzlei wie Sie. Nervt es Sie, mit ihm verglichen zu werden?

Das ist mir noch nicht oft zu Ohren gekommen. Natürlich freut es mich, wenn man denkt, ich sei eine würdige Nachfolgerin für ihn. Peter Gomm hat in den vergangenen zwölf Jahren im Regierungsrat sehr viel erreicht und geleistet für unseren Kanton. Aber fest steht: Wir haben verschiedene Arten, zu politisieren. Ich habe meinen eigenen Stil.

Die Grünen werden ebenfalls ins Rennen steigen, wohl mit Brigit Wyss oder Felix Wettstein. Die beiden sind über die Parteigrenzen hinaus beliebt und könnten Ihnen den Sitz streitig machen.

Ich steige für die SP in den Wahlkampf. Es ist wichtig, dass die sozialdemokratischen Ziele weiterhin in den Regierungsrat eingebracht werden können. Gerade jetzt, wo es finanzpolitisch eng wird.

In Ihrer Bewerbungsrede schwärmten Sie vom Baudepartement und vom Finanzdepartement. Welches Departement würden Sie denn am liebsten übernehmen?

Ich fühle mich in der Lage, jedes Departement zu übernehmen. Und ich bin auch bereit für alles, mit Freude.

In Solothurn kämpfen Sie derzeit als Wortführerin gegen die Unternehmenssteuerreform III. Wie schwer würde es Ihnen fallen, in der Regierung an deren Umsetzung mitzuarbeiten?

Ich werde immer versuchen, das Beste herauszuholen. Das ist grundsätzlich so: Man muss immer schauen, wie man das Geld, das zur Verfügung steht, am sinnvollsten einsetzen kann.