Persönlich
Wir haben ihn zum Fressen gern

Balz Bruder
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«Der Japonais-Deckel zersprang, der Rand bröckelte – und die drei Teile hätten ungleicher nicht sein können.»

«Der Japonais-Deckel zersprang, der Rand bröckelte – und die drei Teile hätten ungleicher nicht sein können.»

Wagmann Wolfgang

Es ist nicht immer lustig auf Zeitungsredaktionen. Manchmal aber schon. Und eigentlich häufiger, als sich die Journalistinnen und Journalisten, die gemäss Selbstwahrnehmung ja immer schaurig im Stress sind, einzugestehen vermögen. Beispiel gefällig? Gestern Nachmittag traf das «SO Magazin» von Handelskammer und Gewerbeverband ein, was an sich noch nicht weltbewegend ist. Aber: Der Schriftsteller Alex Capus macht darin den Vorschlag, den Kanton Solothurn zu dritteln und in der Folge an die Nachbarn zu verteilen (Details auf der Kantonsseite im zweiten Bund).

Nun, was liegt näher, als die Aufteilung des Kantons mit dem Zerschneiden einer Solothurner Torte zu symbolisieren? Gesagt, getan: Nachdem der Ressortleiter Kanton kurzerhand eine einschlägige Konditorei angesteuert hatte, ging es an die finale Aufteilung. Der Schreibende machte sich an die bedeutungsvolle Aufgabe – und scheiterte grandios. Der Japonais-Deckel zersprang, der Rand bröckelte – und die drei Teile hätten ungleicher nicht sein können.

Ein Zurück gab es nicht – das Ding musste möglichst rasch zum Verschwinden gebracht werden. Das Schicksal meinte es gütig: Weil ein Kollege Geburtstag feierte, konnte der Verdacht aus der Welt geschafft werden, ausgerechnet das Kantonsressort wolle den Staat abschaffen. Also wurde die Torte gegessen – auf das Wohl des Geburtstagskindes und nicht auf den Untergang des Kantons.