InnoCampus AG
Wieso gerade dieses Bieler Institut die regionale Wirtschaft stärken soll

Der Kanton Solothurn verstärkt seine Innovationsförderung – und beteiligt sich an der InnoCampus AG. Doch warum investiert er nun in Biel? Das sind die Hauptgründe, weshalb dieser «Schulterschluss mit Zukunft» die Region stärken soll.

Bastian Heiniger
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«Für Solothurn ist eine Beteiligung wichtig, weil es sich um ein Leuchtturmprojekt von nationaler Strahlkraft handelt», sagt Sarah Koch, Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung.

«Für Solothurn ist eine Beteiligung wichtig, weil es sich um ein Leuchtturmprojekt von nationaler Strahlkraft handelt», sagt Sarah Koch, Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung.

Hansulrich Mülchi

Noch immer verlagern Unternehmen ihre Produktionsstätten, noch immer gehen Arbeitsplätze verloren. Und solange der Franken stark bleibt, scheint keine Änderung in Sicht. Für den Kanton Solothurn ist das besonders problematisch, gilt er doch traditionsgemäss als Produktionskanton.

Je mehr nun der Industriesektor schrumpft, umso mehr rückt eine Stärke der Schweiz in den Fokus: die Innovation. Dank ihr bleiben Schweizer Unternehmen konkurrenzfähig gegenüber dem Ausland.

Nun verstärkt auch der Kanton Solothurn seine Innovationsförderung – und beteiligt sich an der InnoCampus AG mit Sitz in Biel. Jüngst beschloss der Regierungsrat, Namenaktien zum Nennwert von 50 000 Franken zu zeichnen.

Damit reiht sich der Kanton ein in den Aktionärskreis des Kanton Berns, der Stadt Biel und der Berner Fachhochschule, die gemeinsam zehn Prozent der Aktien halten.

«Für Solothurn ist eine Beteiligung wichtig, weil es sich um ein Leuchtturmprojekt von nationaler Strahlkraft handelt», sagt Sarah Koch, Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung.

Damit zeige der Kanton, dass er Innovationsförderung unterstütze. Koch zeigt sich überzeugt vom Geschäftsmodell InnoCampus: «Wir sprechen von einem Schulterschluss von Privatwirtschaft, Bildung und öffentlicher Hand – das hat Zukunft.»

Deshalb investiert der Kanton

Doch warum investiert der Kanton nun in Biel? Entscheidend sind nach Meinung der Verantwortlichen vor allem drei Gründe. InnoCampus sei eine der ersten konkreten Umsetzungen des Schweizerischen Innovationsparks.

Gemäss Bundesratsentscheid startet dieser im nächsten Jahr an fünf Standorten: an den beiden ETH Zürich und Lausanne sowie an drei Standorten im Aargau, in der Nordwestschweiz und in Biel.

Der InnoCampus bietet für Unternehmen und Forschungsinstitute Räumlichkeiten, Infrastruktur und Know-how. Im Zentrum stehen vor allem die Bereiche 3-D-Technologie, Energie und Mobilität sowie Medizinaltechnik.

Gerade die Nähe zur Medtech-Branche spricht laut Koch für eine Beteiligung des Kantons. Mit dem Angebot des InnoCampus erfahre dieser Wirtschaftszweig eine massgebliche Stärkung.

Und sie nennt einen weiteren Grund: «Weil sich der Kanton nun beteiligt, werden Solothurner Unternehmen bevorzugt, wenn sie sich einmieten wollen.» Bereits besitzen auch diverse Solothurner Unternehmen Aktien der InnoCampus AG.

Eine Stärkung für die Region

Eines der Unternehmen, das bereits mitmischt, ist die Bellacher Fraisa-Gruppe. «Dass wir uns an InnoCampus beteiligen, hat mehrere Gründe», sagt Fraisa-Chef Josef Maushart.

Im gefalle, dass das Institut einerseits forschungsorientiert ausgerichtet sei, andererseits aber operativ wie ein Unternehmen funktioniere. «Wir kaufen gerne Dienstleistungen bei einem wirtschaftsnahen Forschungsinstitut ein», sagt er.

Interessant ist für die Fraisa auch die gesamte Forschung um die 3-D-Drucker – einer der Schwerpunkte von InnoCampus. «Ich kann mir vorstellen, längerfristig ein eigenes Forschungsteam nach Biel auszulagern», sagt Maushart. In Bellach sei die Forschung produktionsbezogen.

Doch grundlegende Themen wie 3-D-Drucker oder künftige Produktionskonzepte seien in einer echten Forschungsstätte besser aufgehoben. Denn dort seien sie nicht vom Tagesgeschäft betroffen.

Maushart erhofft sich von dem künftigen Innovationspark in Biel aber auch eine wirtschaftliche Stärkung der gesamten Region am Jura Südfuss. Vor allem der mikromechanische Cluster brauche einen innovativen Forschungsstandort in der Nähe und werde davon profitieren.

Besichtigung möglich

Im Rahmen der Innovationstage dieser Woche kann die InnoCampus AG besucht werden.

Und zwar am Freitag, 27. November. Zwischen 10 bis 13 Uhr leitet der Solothurner Unternehmer und InnoCampus-Gründer Felix Kunz eine Präsentation und Führung.

Die Teilnahme ist öffentlich, erfordert aber eine Anmeldung auf innovationstage.ch.

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