Ausstellung

Wieso der Wolf so böse ist: Ausstellung ermöglicht das Eintauchen in die Welt der Tiere und Märchen

Wie Maus, Hirsch und Wolf in Märchen dargestellt werden.

Wie Maus, Hirsch und Wolf in Märchen dargestellt werden.

«Grimms Tierleben – vom Wildgetier in Wald und Feld» - neue Sonderausstellung im Schloss Landshut in Utzenstorf.

Viele Kinder haben schon früh Angst vor dem bösen Wolf. Aber woher kommt dieses Bild vom Wolf? In Wirklichkeit ist nämlich der hilfsbereite, gutmütige Bär viel gefährlicher. Vielen Tieren werden durch Märchen menschliche Charaktere zugeschrieben. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich die Sonderausstellung des Schweizer Museums für Wild und Jagd in Utzenstorf. Gestaltet unter dem Namen «Grimms Tierleben – vom Wildgetier in Wald und Feld» bietet die Ausstellung ein Erlebnis für Jung und Alt.

Andreas Ryser, Konservator des Schweizer Museums für Wild und Jagd im Schloss Landshut, erklärt genauer, was die Sonderausstellung vermitteln soll. In der Ausstellung gehe es darum, wie das Tier dem Mensch gegenübergestellt wird. «Die Tiere in den Märchen haben Charaktere, die stellvertretend für menschliche Eigenschaften sind». Solche Stereotypen seien auf alte Volksmärchen und sogar auf die griechische Mythologie zurückzuführen.

Der Fokus der Sonderausstellung liegt auf den Märchen der Gebrüder Grimm. «Die Gebrüder Grimm waren die ersten, die solche Volksmärchen in Schrift verfasst haben. Spannend ist zudem, dass sie viele dieser Märchen verharmlost haben, damit sie auch Kindern erzählt werden konnten», erklärt Ryser.

Ein magisches Erlebnis im Schloss Landshut

Die diesjährige Sonderausstellung wurde vom Naturmuseum Winterthur produziert und ist vom 9. Juni bis 11. Oktober 2020 im Kornhaussaal des Schlosses Landshut zu sehen. In einem magischen Ambiente können die Besucher des Schlosses in Utzenstorf in die Welt der Tiere und Märchen eintauchen. Auch für Kinder gibt es vieles zu entdecken. Durch Präparate treten sie den interessanten Wildtieren gegenüber. Mit Zauberstäben können sie Geschichten zu den Wildtieren auslösen. Eine märchenhafte Stimme erzählt ihnen so vom wahren Charakter des Tieres.

In einer anderen Ecke desselben Raumes bekommen die Besucher einen Einblick in die verschiedensten Forschungsmethoden. Hier werden alle Fragen zur Aufspürung und Untersuchung von Wildtieren beantwortet. Leider sind auf Grund der Coronamassnahmen nicht alle Teile der Sonderausstellung zugänglich. Insbesondere eine Art Höhle, wo man sich die verschiedenen Märchen der Gebrüder Grimm anhören könnte. «Sobald die Abstandsregelungen nicht mehr gelten, wird auch dieser Teil zugänglich gemacht», meint Hanspeter Käslin, der Administrator des Schweizer Museums für Wild und Jagd. Als Alternative können die Besucher die Märchenecke nutzen. Diese befindet sich in dem Teil des Schlosses Landshut, wo auch die permanente Ausstellung ihren Platz findet. Dort werden den Besuchern eine Auswahl an traditionellen Märchen vom Kinderbuchladen Bern zur Verfügung gestellt.

Veranstaltungen begleitend zur Ausstellung

Nebst der Sonderausstellung und der Märchenecke gibt es während der Sommersaison einige Veranstaltungen. Am 21. Juni startet die Serie mit einer Führung «von Kindern für Kinder» im Alter von 6- bis 16-jährig. Schülerinnen und Schüler zeigen ihren Altersgenossen, wie sie die Wildtiere in den Märchen sowie der Forschung erleben. Eine weitere spannende Veranstaltung leitet der Konservator, Andreas Ryser. Am 26. Juni erklärt er, wie die einheimischen Wildtiere wirklich leben.
Im Verlauf des Sommers bietet das Museum weitere Rahmenveranstaltungen zur Sonderausstellung an.

Der Veranstaltungskalender ist auf der Website des Schloss Landshut www.schlosslandshut.ch zu finden.

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