Auch das diesjährige Sportforum des Panathlonclubs Solothurn wurde zum Grossereignis. 130 Gäste und Mitglieder aus 40 Sportarten erschienen zum Anlass im Solothurner Alten Spital. Organisationschef Bruno Huber und Moderator Peter Wüthrich konnten mit Silvia Aerni, Reto Held, Melanie Mathys, Walter Mengisen und Dany Ryser fünf kompetente Persönlichkeiten aus der Sportwelt zum Podiumsgespräch über das Thema «Wie wird man Weltklasse?» begrüssen.

Von Silvia Aerni, Sportlehrerin aus Grosshöchstetten und Mutter des Kombinations-Ski-Weltmeisters von 2017, Luca Aerni, war viel vom Werdegang ihres Sohnes zu hören. Dieser verliess mit 15 Jahren das Elternhaus und konnte sich im Wallis in Crans-Montana einer erfolgreichen Truppe mit Zurbriggen und Co. anschliessen und so seinen Weg an die Weltspitze machen. «Luca wäre auch ein guter Fussballgoalie geworden», ist Silvia Aerni überzeugt.

Die dreifache Solothurner Kanu-Gesamtweltcupsiegerin Melanie Mathys berichtete, dass sie mit neun Jahren erstmals am Schulsporttag mit dem Kanusport in Berührung gekommen sei, der sie sofort fasziniert habe. «Mit elf Jahren unterschrieb ich dann einen Vertrag bei Reto Schläppi als Kanutin. Und mit 14 Jahren folgte dann die Aufnahme in die Sportklasse der Kantonsschule Solothurn, und bereits ein Jahr später, als 15-jährige Schülerin, gewann ich meine erste Goldmedaille.»

«Sport als Lebensschule»

Der 61-jährige Solothurner Fussball-Nachwuchs-Erfolgstrainer Dany Ryser blickte auf 2009 zurück, als er die U17- Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel geführt hatte und in der Folge zum Schweizer Trainer des Jahres erkoren wurde. «Mann muss immer an sich denken. Auch ein gewisser Egoismus muss sein,» empfahl Ryser.

Walter Mengisen, Co-Rektor der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen, sprach vom «Sport als gute Lebensschule». Er verwies dabei auch auf die grosse Unterstützung der Armee für den Schweizersport. «Das begann im Jahre 2000 richtig, auch dank Adolf Ogi mit der Einführung der Spitzensportler-RS.»

Reto Held, Sportreporter von Radio und Fernsehen SRF, berichtete schliesslich von seinen Erfahrungen und Eindrücken im Umgang mit den Spitzensportlern.

Peter Wüthrich, der dieses Jahr sein Präsidium turnusgemäss an Frank Urs Müller übergeben hat, orientierte zum Abschluss über das Solothurner Sorgenkind CIS. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass endlich Lösungen im Interesse des Sports und der Sportler gefunden werden können. So wie jüngst in Gümligen bei Bern, wo eine neue Sportarena habe eröffnet werden können. Diese sei in den letzten Jahren mit 17 Mio. Franken realisiert worden.

Unter dem Publikum weilte auch der Solothurner Sportarzt Peter von Stokar, der im August als Verbandsarzt von Swiss Athletics an der EM in Berlin tätig war. Die Schweiz konnte dort vier Medaillen gewinnen und die Solothurner Weltklasseläuferin Martina Strähl stellte im Marathon als Siebte einen neuen Schweizer Rekord in einem reinen Frauenrennen auf.

In der Schweiz gibt es insgesamt 31 Sektionen des Panathlonclubs, der weltweit verbunden ist. Die Sektion Solothurn wurde am 2. Juli 1979 gegründet. Mitglieder sind Persönlichkeiten, die sich im Sport besonders engagiert haben. Sei es als Athlet, Trainer, Schiedsrichter, Mediziner, Sportfunktionär. Die Förderung einer gesunden sportlichen Entwicklung der Jugend, Fairness, aber auch der Kampf gegen Doping stehen dabei im Vordergrund.