Davos, Genf, Grindelwald: Nein, der Kanton Solothurn ist keine solche Top-Tourismusdestination. Aber auch in Olten, Grenchen und Gänsbrunnen ist der Tourismus eine (zumindest kleine) Erfolgsgeschichte. Das zeigen nicht nur die Hotelübernachtungen, die 2017 einen neuen Rekord im Kanton erreichten. Das belegt nun auch eine neue Wertschöpfungsstudie, die Kanton Solothurn Tourismus in Auftrag gegeben hat. 7500 Personen wurden befragt. Und das Ergebnis ist deutlich. Zwischen 2008 und 2018 ist die Branche stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft. Die wichtigsten Fakten:

  • Für 3000 Vollzeitstellen sorgt der Tourismus im Kanton – direkt im Gewerbe, aber auch in anderen Branchen. Das sind 400 Stellen mehr als 2008. Insgesamt arbeiten damit 2,7 Prozent der Solothurner Arbeitnehmer im oder für den Tourismussektor.

  • 6,2 Mio. «Touristen» zählte der Kanton 2017. Sie alle haben eines gemeinsam: Die meisten von ihnen sind Tagesgäste und stammen aus der Schweiz. 

  • 350 Mio. Franken haben die Gäste 2017 im Kanton ausgegeben, je 150 Mio. in den Regionen Solothurn-Grenchen und Olten, 33 Mio. im Schwarzbubenland und 17 Mio. Franken im Thal. Ein Gast gibt im Kanton Solothurn im Schnitt 52 Franken aus, was unter den Erwartungen liegt und Potenzial nach oben hat. Wer im Hotel übernachtet, lässt 213 Franken liegen. Am tiefsten sind die Ausgaben pro Tourist im Thal mit 30 Franken.

  • 280 Mio. Franken Bruttowertschöpfung liefert der Tourismus im Kanton (Stand 2017). 2008 waren es noch 240 Mio. Franken. Beschäftigung und Bruttowertschöpfung sind damit stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft des Kantons Solothurn.

  • In den ländlichen Regionen wie dem Thal hat der Tourismus eine grössere Bedeutung als im übrigen Kanton. Im Naturpark Thal arbeiten 3,5 Prozent der Beschäftigten im oder indirekt für den Tourismussektor (gesamtkantonal: 2,7). Sie erarbeiten damit 2,2 Prozent der regionalen Wertschöpfung (gesamtkantonal: 1,7 Prozent). Auch im Schwarzbubenland ist die Bedeutung grösser als im Kantonsschnitt.

  • 414'000 Hotellogiernächte gab es 2017; ein neuer Rekord. Gegenüber 2008 ist dies eine Zunahme um 11 Prozent, obwohl die Zahl der Betriebe in dieser Zeit um 7 Prozent auf 76 abgenommen hat. Insbesondere in den Städten floriert die Hotellerie.

  • 1754 Hotelzimmer gibt es im Kanton. Die Auslastung liegt bei 47,3 Prozent. Pro Betrieb im Kanton gibt es im Schnitt 23 Zimmer (schweizweit 30). «In Olten, Solothurn und Grenchen ist das Bettenangebot (teilweise deutlich) gestiegen, was sich positiv auf die Hotellogiernächte ausgewirkt hat», schreibt Kanton Solothurn Tourismus. Im Naturpark Thal und im Schwarzbubenland sind dagegen Hotelbetriebe geschlossen worden und als Folge davon sind die Logiernächte zurückgegangen, – dies, obwohl die Gästefrequenzen insgesamt gestiegen sind. Auf dem Land findet, wie in der gesamten Schweiz, eine Strukturbereinigung statt. Seit 2008 ist etwa im Thal ein Viertel der Hotelzimmer verschwunden, die Zahl der Logiernächte ging aufgrund des fehlenden Angebots um 18 Prozent zurück auf rund 17 600 Übernachtungen. Die Stadt Solothurn hat rund 92 600 Übernachtungen.

Die positive Nachricht für alle Destinationen: 80 Prozent der Befragten können sich vorstellen, erneut zu kommen.