Passion

Wie Theater Brücken über 1200 Kilometer schlägt

Fasziniert von Serbien: Alvise Lindenberger.

Fasziniert von Serbien: Alvise Lindenberger.

Knappe 1200 Kilometer von Solothurn, am Rand des Fruska-Gora-Nationalparks bei Novi Sad in Serbien, treffen sich Mitte Juli 45 Jugendliche und junge Erwachsene aus der Schweiz und Serbien. Was sie verbindet, ist die Liebe zum Theater und zur Bühnenkunst.

Fünf Tage lang tauschen sie sich aus, improvisieren zusammen, bilden Freundschaften. Initiiert wurde das Projekt, es heisst «ConneXt», von Alvise Lindenberger, Schauspieler am Theater und Orchester Biel und Solothurn (Tobs). Er studiert an der Accademia Teatro Dimitri im Tessin, seit September wohnt er in Lüsslingen. Seinen künstlerischen Werdegang verdanke er der Schweiz, darum sei er Schweizer Künstler, meint der gebürtige Berliner. Dann erklärt er: «Das Projekt findet in Serbien statt, weil ich während meines Aufenthalts immer wieder fasziniert von der komplett anderen kulturellen und ökonomischen Realität des Landes war. In Novi Sad ergreift die Jugend Initiative, macht Kunst, bildet Jugendzentren. Diesen Geist möchte ich erforschen und ausarbeiten.» Mit dem Projekt bringt er den Schweizer Jugendlichen eine ihnen unbekannte Ecke Europas nahe und zeigt deren Jugendkultur auf.

Das Programm der fünf Tage arbeiten die Teilnehmenden selber aus. Das Ziel ist der kulturelle und künstlerische Austausch, im Zentrum stehen Fragen wie «Was ist Heimat?», «Was ist meine Welt?», «Woher komme ich?». Als «Motor» zum Austausch, wie es Lindenberger nennt, dient ein internationales Performancefestival, das zur selben Zeit ebenfalls in Novi Sad stattfindet.

Die Teilnehmenden, unter ihnen auch einige ehemalige Schauspieler des Tobs, erhalten Freikarten, einige treten auch selber auf. Gleichzeitig bauen sie ein Netzwerk auf, sowohl als Freunde als auch als Künstler. Dazu hat eine serbische Teilnehmerin das Internetforum «Inspiring Change» erstellt, wo sich die Mitglieder von «ConneXt» verbinden und in Kontakt bleiben können. Während der Begegnung wird ein dokumentarischer Kurzfilm gedreht, der nächsten Herbst in Solothurn ausgestrahlt wird.

Lindenbergers langfristiges Ziel ist es, «Brücken zwischen den Jugendlichen aus Serbien und der Schweiz zu bauen, im Rahmen der Liebe zur Bühnenkunst.» Sein Traum ist es, die Jugendbegegnung jährlich zu wiederholen, nächstes Jahr vielleicht sogar in Solothurn.

Rahel Frey

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