Vor rund zwölf Tagen wurde das Vogelgrippe-Virus H5N8 erstmals in toten Wasservögeln in der Bodenseeregion, sowohl in der Schweiz, als auch in Deutschland und Österreich festgestellt.

Am Wochenende kamen zwei infizierte tote Vögel am Genfersee dazu. Ausserdem wurden erste Fälle am Bielersee bekannt. Doch wie sieht es im Kanton Solothurn aus?

«Im Moment spürt man im Kanton und nächster Umgebung noch nichts von einer akut drohenden Vogelgrippe. Es wurden noch keine Fälle auf Kantonsgebiet vermeldet », erklärt Doris Bürgi Tschan vom Veterinärdienst Solothurn.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat seine Massnahmen gegen die Vogelgrippe im Zuge der vermehrten Fälle jedoch verstärkt und seit dem 16. November die gesamte Schweiz zum Kontrollgebiet erklärt.

Wie das BLV auf seiner Homepage schreibt, sei es das Ziel, den Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel zu verhindern.

«Die Massnahmen vom BLV werden von den Geflügelhaltern in Eigenverantwortung umgesetzt», wie Bürgi Tschan erklärt. Der Veterinärdienst steht den Geflügelhaltern jedoch beratend zur Seite.

Behandeln könne man infizierte Tiere nicht. Anzeichen für eine Infizierung sind von aussen nicht sichtbar. Wie das BLV schreibt, seien die Krankheitssymptome je nach Vogelart unterschiedlich: Geflügel sterbe innert weniger Tage.

Bestimmte Wildvögel trügen das Virus ohne erkennbare Anzeichen in sich, andere sterben daran.

Ausgeschieden werde das Virus über Körperflüssigkeiten und Kot. Direkter Kontakt kann also das Virus von einem Vogel zum anderen übertragen, sei es nun durch verseuchte Gegenstände oder auch bei ungenügenden Hygienemassnahmen durch Personen. Auf Menschen ist das Virus nach derzeitigen Erkenntnissen nicht übertragbar.

Sollten Privatpersonen kranke oder gar schon tote Vögel finden, «sollte dies unter Angabe des Fundortes der Polizei gemeldet werden», erläutert Doris Bürgi Tschan. Diese Vögel dürften nicht berührt werden, wobei tote Wildvögel ganz generell nicht berührt werden sollten. (coh)