Urs Allemann lächelt bereits unter der Tür. Beschwingt durchquert er das Restaurant und nimmt Platz. Derart leichtfüssig war der Verwaltungsratspräsident der Seilbahn Weissenstein AG (Swag) in der jüngeren Vergangenheit längst nicht immer unterwegs gewesen. Das Sesseli-Gondeli-Hickhack hat Nerven gekostet, daraus macht der CVP-Kantonsrat keinen Hehl. Es war in der Tat ein erbittert geführter Kleinkrieg, der sich da vor den Augen der ungläubig staunenden Bevölkerung über Jahre hinweg zog.

Doch davon ist Allemann nun nichts mehr anzumerken. Seinen jetzigen Zustand könnte man vielmehr als hocherfreut mit einem Rucksack voller Erwartungen beschreiben. Nein, die ganz grosse Feier habe es nach dem für die Swag letztlich doch positiven Weg durch die Instanzen nicht gegeben. Das werde man aber sicher noch nachholen. Derzeit sei anpacken und nicht feiern angesagt. Das dürften die unzähligen Berggänger mit Freude zur Kenntnis nehmen.

Doch was heisst das konkret, Herr Präsident? Was läuft denn jetzt eigentlich mit der neuen Gondelbahn? Man sieht und hört so nichts. Der ETH-Bauingenieur hebt die Augenbrauen. «Auf den ersten Blick mag der Bau der Gondelbahn einfacher erscheinen, als es ist. Das ist kein Selbstläufer. Damit ist viel Arbeit verbunden und davor habe ich Respekt.»

Die Anlage sei zwar nicht mit der Erstellung eines Wolkenkratzers zu vergleichen, dennoch gelte es viele Auflagen zu berücksichtigen, eine sorgfältige Planung voranzutreiben und etliche Arbeiten zu vergeben: «Aber ich kann versichern, wir sind sehr gut aufgestellt».

Bitte noch etwas konkreter. «Am 8. September setzen wir bei der Talstation in Oberdorf zum offiziellen Spatenstich an. Dazu ist die Bevölkerung herzlich eingeladen», schmunzelt Urs Allemann. Wer nostalgische Gefühle hege, habe an diesem Tag zudem die Gelegenheit ein altes Sesseli zu ersteigern. In der Folge gehe es dann zügig weiter. Zuerst folge die Holzerei. Das erste, was man von der neuen Anlage zu sehen bekomme, sei die neue Schneise.

Danach stehe der Abbruch der alten Stationen auf dem Programm. Unten könne das bei kalten Temperaturen geschehen. Die Swag-Verantwortlichen wünschen sich natürlich einen möglichst milden Winter, damit spätestens im Frühsommer die ersten Probefahrten durchgeführt werden können. Herbst 2014 sei mit der Eröffnung zu rechnen. Und wer wird in der ersten Gondel nach oben schweben? «Möglichst ein Bundesrat», hofft Allemann.

Apropos Politik, haben Sie sich von unseren Amtsträgern genügend unterstützt gefühlt? «Ja», sagt Allemann, die hätten getan, was sie konnten, daran gebe es nichts auszusetzen. Gleichzeitig betont er, dass es dabei ja nicht um ein parteipolitisch gefärbtes Projekt gehe. Wir wollen ganz einfach den Solothurner Hausberg wieder für alle zugänglich machen. Sogleich fügt er an, dass er von der spontanen Unterschriftensammlung mit ihren Zehntausenden Unterschriften total überwältigt gewesen sei: «Das hat uns Mut gemacht und zusätzlichen Schwung gegeben.»

Aber Hand aufs Herz, mit Sicherheit hat es doch auch die anderen Reaktionen gegeben? «Das hat es, ist doch klar. Ich musste mir einige hässige Mails zu Gemüte führen.» Doch unter dem Strich hätten das gute Verhältnis im Verwaltungsrat, das Ausharren des Geschäftsführers sowie das Interesse und die grosse Unterstützung in der Bevölkerung die negativen Reaktionen bei weitem aufgewogen. Hat es denn noch weitere unschöne Aspekte gegeben? «Spontan kommen mir da die Begegnungen mit dem Solothurner und dem Schweizer Heimatschutz in den Sinn. Da wurde nur leeres Stroh gedroschen.»

Weshalb haben Sie sich das alles überhaupt angetan? Haben Sie nie bereut, das Amt angetreten zu haben? Lacht und schaut kurz zum Fenster hinaus: «Mit dem heutigen Wissen, hätte ich es mir 2004 wohl zweimal überlegt. Aber damals deutete noch nichts auf das Neubauprojekt und den damit verbundenen Endlos-Grabenkampf hin.»

In der Folge habe ihn dann der Ehrgeiz gepackt, es sei ein Wettbewerb geworden, bei dem zum Glück die besseren Argumente gesiegt hätten. Urs Allemann, Sie werden bei der Gondelbahn-Eröffnung runde zehn Jahre im Amt sein. Noch keine Ermüdungserscheinungen? «Darüber mache ich mir zurzeit keine Gedanken, der Bau beschäftigt mich zu sehr. Mal sehen».

Aber über das Kurhaus machen Sie sich bestimmt ihre Gedanken! «Das Kurhaus ist der natürliche Partner auf dem Berg. Damit sind die viel beschworenen Synergien zu erreichen. Allerdings stehen auch hohe Investitionskosten im Raum. Die gegenwärtige Besitzerin Regiobank hat das Haus in dieser schwierigen Zeit zum Glück offen gehalten. Wichtig ist jetzt, dass eine gute Lösung für die Zukunft gefunden werden kann.» Sagt’s und verabschiedet sich zum nächsten Termin.

Regelmässige Rubrik mit Menschen aus dem Kanton Solothurn.