Solothurner Jungunternehmer

Wie Pokémon Go: Mit dieser App können Nutzer beim Lädele Gutscheine jagen

Im Radius von 25 Meter erscheinen die Gutscheine der Läden im Niederdorf. zvg

Im Radius von 25 Meter erscheinen die Gutscheine der Läden im Niederdorf. zvg

Vier Solothurner Jungunternehmer haben die App «bountyy» entwickelt. Bei den Nutzern, welche sie beim Lädele geöffnet haben, poppen Gutscheine auf dem Handy auf. Im Zürcher Niederdorf funktioniert das bereits.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Pokémon-Go-Idee kommerzialisiert würde. Genau das haben nun vier Solothurner Jungunternehmer gemacht.

Mit ihrer App «bountyy» (engl. bounty, bedeutet Spende, Grosszügigkeit) sollen statt Spielfiguren Gutscheine erjagt werden. Die App ist wie Pokémon Go sogenannte Augmented Reality, also gesteigerte, aufgepeppte Wirklichkeit.

Seit Anfang dieser Woche haben die Solothurner Augmented Reality im Zürcher Niederdorf realisiert: mithilfe der Geschäftsvereinigung Limmatquai-Dörfli (GLD) brachten sie vierzig Geschäfte dazu, mitzumachen. Vier Wochen lang bieten sie je einen Gutschein: für einen Cold-brew-Kaffeegutschein in einem Barista-Shop, ein Cüpli in einem Restaurant, 50% Rabatt für ein Ohr-Piercing, 3 für 2 T-Shirts in einem Kleiderladen oder ein Tattoo zum halben Preis.

az-Redaktorin Sina Burger auf Pokémon-Jagd in der Aarauer Altstadt.

az-Redaktorin Sina Burger auf Pokémon-Jagd in der Aarauer Altstadt (20. Juli 2016)

Musik: Audionautix (audionautix.com) 

Solche Gutscheine poppen auf, wenn man die App installiert hat und durchs Niederdorf geht. Auf einer Übersicht sind alle Gutscheine der 40 Geschäfte aufgelistet, total 1400 können in den vier Wochen ergattert werden.

Läden noch skeptisch

Danach möchten die Erfinder die App auf die ganze Stadt und am liebsten auf die Schweiz ausweiten. Dazu sind sie auf die Zusammenarbeit mit Geschäftsvereinigungen angewiesen, denn obwohl das Angebot für die Geschäfte bis jetzt gratis ist, sei es, wie Initiant Noè Infantino sagt, nicht immer einfach, die Geschäfte von der App zu überzeugen: «Für so etwas Neues braucht es noch Aufklärungsarbeit», sagt Infantino. Das Fachwort dafür existiert aber bereits: Local Based Marketing, also lokal verankerte Werbung. Laut Infantinos Recherchen gibt es weltweit nichts Ähnliches.

Die Jungunternehmer haben die Firma Digital Natives gegründet und wollen in Zukunft auch in anderen Bereichen Geschäfte von IT-Lösungen überzeugen, welche die junge Kundschaft ansprechen. Einer ist Softwareingenieur, einer Ingenieur, einer Heizungsmacher, Infantino ist Master-Student im Business-Development. Keiner der vier ist älter als 30 Jahre.

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