1 Wie gross ist die neue Bank?

Die Bank unter dem Namen «Raiffeisenbank Weissenstein» weist eine Bilanzsumme (Zahlen alle Ende 2015) von 1,6 Milliarden Franken aus. Sie verdrängt die bisherige Solothurner Leaderin, die Raiffeisenbank Wasseramt Mitte, mit einer Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Franken auf Platz zwei. Andere in der Region aktive Geldinstitute bleiben aber deutlich grösser. So weist die Regiobank Solothurn eine Bilanzsumme von 2,5 Milliarden Franken und die Baloise Bank SoBa gar eine solche von 7,5 Milliarden Franken aus.

2 Wie viele Angestellte zählt die neue Bank?

Sie wird nach eigenen Angaben alle 90 Mitarbeitende der drei fusionierten Banken weiter beschäftigen, die sich umgerechnet 72 Vollzeitstellen teilen. Insgesamt wird die neue Bank acht Geschäftsstellen inklusive der Hauptsitze betreiben. Die Bank zählt 20 529 Genossenschafterinnen und Genossenschafter.

3 Wo befindet sich der Sitz der neuen Bank?

Der juristische Sitz der neuen Bank wird in Solothurn sein, der operative in Grenchen.

4 Wo wird die Bank ihre Steuern entrichten?

Die politischen Gemeinden mit einer Geschäftsstelle werden die Steuererträge der neuen Bank anteilmässig anhand des jeweiligen Kundengeschäfts erhalten.

5 Wie gross sind die einzelnen fusionierten Banken?

Die grösste der rückwirkend auf den 1. Janaur 2016 fusionierten Banken ist die Raiffeisenbank Wandflue mit Hauptsitz in Grenchen. Sie weist eine Bilanzsumme von 619 Millionen Franken aus und beschäftigt 33 Angestellte. Im vergangenen Geschäftsjahr ist das Hypothekengeschäft überdurchschnittlich um 5,8 Prozent auf 528 Millionen Franken gestiegen. Trotzdem ist der Erfolg aus dem Zinsengeschäft, der weitaus wichtigste Ertragspfeiler der Raiffeisenbanken, um 1,2 Prozent gesunken. Unter dem Strich resultierte ein Jahresgewinn von 520 435 Franken (minus 2,7 Prozent).

Die Raiffeisenbank Solothurn mit Hauptsitz in Solothurn weist eine Bilanzsumme von 513 Millionen Franken aus und zählt 30 Mitarbeitende. Hier ist der Bestand an Hypotheken «nur» um 1,7 Prozent auf 436 Millionen Franken gestiegen. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft verbesserte sich um 2,8 Prozent. Der Jahresgewinn nahm um 1,8 Prozent auf 285 459 Frankenzu. Dies ist nur rund halb so hoch wie bei der «Wandflue».

Bei der kleinsten der drei Institute, der Raiffeisenbank Weissenstein, arbeiten 27 Angestellte, die eine Bilanzsumme von 454 Millionen Franken erwirtschafteten. Das Wachstum im Hypothekengeschäft fiel mit 1,2 Prozent auf 400 Millionen Franken moderat aus. Der Jahresgewinn ist um 8,8 Prozent auf 589 669 Franken gesunken. Trotzdem: Die kleinste der drei beteiligten Banken weist damit den höchsten Reingewinn aus.

6 Warum kommt es zur Fusion?

Begründet wird der Zusammenschluss unter anderem mit den steigenden regulatorischen Anforderungen, weshalb die Banken alleine an betriebswirtschaftliche Grenzen stossen. Die Fusion führe zu Synergien im administrativen Bereich.

7 Kommt es zu einem Personalabbau und zur Schliessung von Niederlassungen?

Raiffeisen sagt Nein. Es sei kein Stellenabbau vorgesehen, denn gleichzeitig soll die Kundenberatung ausgebaut werden. Es gebe auch keine Schliessungen der bestehenden acht Geschäftsstellen. Jede Bank habe ihre Hausaufgaben gemacht: Das Geschäftsstellennetz sei bereits bereinigt worden. Langfristige Garantien gebe es allerdings keine. Dies hänge ab von deren Nutzung durch die Kunden ab. Die Berechtigung einer Filiale sei somit solange gegeben, «wie sie betriebswirtschaftlich sinnvoll ist».

8 Was ändert für mich als Kunden?

Für den einzelnen Kunden soll sich nichts ändern. So würden beispielsweise laufende Hypothekarverträge unverändert übernommen. Es werde neue Verträge auf neuem Briefpapier und unter neuem Banknamen geben. Wer Konten auf verschiedenen Banken habe, sollte diese zusammenfassen, was auch Spesen spare.

9 Wird der Nominalwert der Anteilscheine verändert?

Ja. Der Anteilschein der neuen Bank hat einen Nominalwert von 500 Franken und soll mit 4 Prozent verzinst werden. Wer bisher einen Anteilschein von 200 Franken besass, wird 300 Franken nachzahlen müssen. Die Generalversammlungen der Raiffeisenbank Solothurn und Weissenstein haben der Erhöhung des Nennwertes gutgeheissen. Bei der Wandflue beträgt der Nennwert bereits 500 Franken.

10 Wer wird die neue Bank leiten?

In der neuen «Raiffeisenbank Weissenstein» gibt es eine Verschiebung der Verantwortlichkeiten in Richtung Grenchen. Chef der neuen Bank wird Tony Broghammer, aktuell Leiter der «Wandflue». In der vierköpfigen Bankleitung nehmen zudem Thomas Lüthi und Andreas Probst (beide «Wandflue») Einsitz. Als einziger Nicht-Grenchner ist Giancarlo Grifone, heute Leiter der Raiffeisenbank Solothurn, als stellvertretender CEO vorgesehen. Der neunköpfige Verwaltungsrat setzt sich paritätisch aus Mitgliedern der drei Banken zusammen. Präsident ist Silvio Bertini, aktuell VR-Präsident der «Wandflue», Vize-Präsident Gilbert Studer («Weissenstein»).