Coronavirus
Wie die Reaktionen zu den verschärften Massnahmen im Kanton Solothurn ausfallen

Am Dienstag hat der Kanton seine Massnahmen verschärft: Bars und Fitnesszentren müssen schliessen und in den Restaurants ist um 21 Uhr Feierabend. Wie reagieren die verschiedenen Seiten auf die Massnahmen?

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Gemeinsam mit den Nachbarkantonen hat der Kanton Solothurn in den vergangenen Tagen neue Schutzmassnahmen beschlossen und am Dienstag an einer Medienkonferenz vorgestellt. Unter anderem werden Bars und Casinos geschlossen, Restaurants müssen bereits um 21 Uhr schliessen und dürfen nicht mehr als 50 Gäste bewirtschaften, und an Veranstaltungen dürfen nicht mehr als 15 Personen teilnehmen. Ausgenommen von der letzten Regel sind die Weihnachts- und Neujahrstage. Die neuen Regeln treten am Freitag in Kraft und gelten bis Ende Januar.

Künftig müssen daher Wirte ihre Gäste im Akkord bedienen, da diese bis um 21 Uhr wieder draussen sein müssen. Bringen diese zwei Stunden, die das Restaurant nun früher geschlossen werden muss, überhaupt etwas?

Diese Frage stellt sich Basri Plakolli, Inhaber des Restaurants Linde in Subingen. «Es bringt niemanden etwas», wie er gegenüber Tele M1 sagt. «Es wäre vielleicht besser, wenn die Restaurants für 5 bis 6 Wochen schliessen müssten».

Party geht nach 21 Uhr privat weiter

Auch Peter Oesch, Präsident Gastro Solothurn, findet diesen Weg falsch: «Was tun denn die Leute, wenn sie um 21 Uhr das Restaurant verlassen? Sie machen privat eine Party». Im Tagesgespräch bei Tele M1 geht er noch genauer auf die getroffenen Corona-Massnahmen des Kantons Solothurn ein:

Bars und Fitnesscenter gehen ganz zu

In den Bars im Kanton Solothurn gibt es die letzte Runde, denn sie sind ab dem Freitag komplett zu. Jessica Buck, welche in Olten das Riva Café und Weinbar führt, ist langsam frustriert. «Wir schauen die ganze Zeit, welche Massnahmen und Regeln nun gelten», so Buck gegenüber dem Regionalsender. «Wir müssen ständig umplanen, was sehr mühsam ist».

Austrainiert hat es sich auch in allen Solothurner Fitnesscentern. Im ersten Lockdown sei dies noch gut gegangen, da man eher rausgehen konnte, meint eine Kundin. In der kalten Jahreszeit sei es etwas anderes.

«Ich kann es nicht verstehen, warum die Center geschlossen werden», so Marcel Pesse, Geschäftsführer des Athena Fitnessparks Solothurn & Zuchwil. «Ich möchte gerne wissen, auf welchen Fakten dies entschieden wurde». Er fragt sich: Sind Fitnesscenter wirklich Corona-Hotspots, welche geschlossen werden müssen? Warum reichen die bisherigen Schutzkonzepte hier nicht?

Wie der Solothurner Kantonsarzt Lukas Fenner erklärt, seien Schutzkonzepte nur so viel Wert, wie deren Umsetzung. Weitergehend sei es nicht möglich, dass man die Einhaltung immer 24 Stunden überwachen könne. (hol)