Die Freude ist gross bei Fabian Aegerter. Er durfte eine Auszeichnung für den besten Lehrmeister des Jahres entgegennehmen. Der Titel sei sensationell und eine riesige Motivation weiterzumachen, sagt der gebürtige Solothurner. Aber eigentlich sei das nur die Kirsche auf dem Coupe. «Die grösste Auszeichnung für mich ist, dass mich eine Lernende angemeldet hat.»

Die Idee dazu hatte Csilla Dobszay. Sie schätzt vor allem das Fachwissen ihres Lehrmeisters, die gute Teamarbeit und das täglich motivierende Klima im Betrieb. Für sie ist Fabian Aegerter ein Vorbild, der in ihr die Begeisterung für den Beruf geweckt und sie mit seiner Kompetenz beeindruckt hat. 

«Ich war völlig überrascht, als die E-Mail mit der Nachricht kam, dass ich dabei bin», blickt Aegerter zurück. Danach schickte er seine Bewerbungsunterlagen ein und wurde unter die letzten drei gewählt. Eine Jury besuchte den Betrieb in Dübendorf ZH, machte Interviews mit ihm und der Lehrtochter, die ihn anmeldete. Anfang Woche bekam er dann im Zürcher Kaufleuten den Preis in der Kategorie Restaurationsfachmann überreicht. Besonders die fundierte und durchdachte Ausbildung sowie das starke persönliche Engagement von Fabian Aegerter streicht die Jury für die Qualifikationsverfahren und die Gastronomie heraus.

«Die Gäste sind das Wichtigste»

Schon früh hatte der in Oekingen aufgewachsene Fabian Aegerter viel mit dem Gastgewerbe zu tun. Sein Vater war selbst Gastronom. Nach einer Koch-Lehre in der «Krone» in Solothurn wechselte er ins Romantik Hotel Sternen in Kriegstetten für eine Ausbildung zum Restaurationsfachmann. Dort hat sich der Schalter umgelegt und Aegerters Gastgewerbfeuer wurde entfacht. «Dieser Virus lässt einem nicht mehr los», sagt er. Als Absolvent der Hotelfachschule Belvoirpark HF ebnete sich der berufliche Weg. Fabian Aegerter hat heute die Leitung des Familienbetriebs, das Restaurant Waldmanndburg in Dübendorf ZH, inne und bildet erfolgreich Lehrlinge aus.

Dabei sieht er sich nicht nur als Wissensvermittler, sondern auch als Motivator und Coach. Besonders wichtig ist es ihm, für die Lernenden Erfolgserlebnisse im direkten Kontakt mit den Gästen zu schaffen. «Die Lernenden müssen wissen, dass die Gäste das Wichtigste sind.» Er will sie zudem dazu animieren, Engagement, Neugier und Freude zu zeigen. Einen guten Lehrling zeichne seinen riesigen Wissensdurst und die Freude bei der Arbeit aus. Er müsse auch mehr liefern, als gefordert sei.

Aegerter schwärmt vom Beruf. Dieser würde seinen Lernenden viele Türen auf der ganzen Welt öffnen. (ldu/bej)