BDP-Brunch
Widmer-Schlumpf in Selzach: «Wir sind eine kleine, aber starke Partei»

Am sechsten Sonntagsbrunch der Partei bedankte sich Eveline Widmer-Schlumpf bei der Solothurner BDP und schwörte ihre Kollegen in Selzach auf den Wahlkampf ein. Mit diesen Worten versprühte die Bundesrätin Optimismus.

Hans Peter Schläfli
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BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf versprühte auf dem Hof von Kantonalpartei-Präsident Markus Dietschi viel Optimismus.

BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf versprühte auf dem Hof von Kantonalpartei-Präsident Markus Dietschi viel Optimismus.

Hanspeter Schläfli

Gestärkt durch eine «Werni-Rösti» und die aufmunternden Worte der Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf geht die Solothurner BDP in den nationalen Wahlkampf. So lässt sich der sonntägliche Brunch auf dem Bauernhof der Familie Dietschi in Selzach zusammenfassen. Es war ein absichtlich schlecht gehütetes Geheimnis, dass BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf am Sonntag nach Selzach kommen wird. So sind etwa 70 Personen, die der Partei nahe stehen, trotz Regen zum Brunch auf den Bauernhof der Familie Dietschi gekommen, obwohl nicht gross Werbung für den Anlass gemacht worden war.

«Ich wollte mich bedanken für die grosse Unterstützung, die ich von der BDP Solothurn erhalte», erklärte Eveline Widmer-Schlumpf, warum sie den Weg nach Selzach auf sich genommen hatte. «Die BDP Solothurn war eine der ersten Kantonalsektionen, die gegründet wurden. Von hier sind viele innovative Ideen gekommen.»

Roland Heim als Gast zugegen

Auf dem Bauernhof der Familie Dietschi ist zwar kein Wahlkampf zu gewinnen, aber so ein Brunch sei gut für die Moral. «Es ist wichtig, dass man als Politiker spürt, dass man nicht alleine steht. An solchen Anlässen kann man Kräfte sammeln, bevor dann im Wahlkampf wieder das grosse Bashing gegen uns beginnt», sagte Widmer-Schlumpf.

Zum sechsten Mal führte die Familie Dietschi den Brunch mit der von Grossvater Werner gekochten «Werni-Rösti» durch. «Als vier Unentwegte vor sechs Jahren die BDP Solothurn gegründeten, wurden sie nicht ernst genommen», blickte BDP-Kantonalpartei-Präsident Markus Dietschi zurück. Das damalige Motto war: «Wir sind gekommen, um zu bleiben.» Eveline Widmer-Schlumpf nahm den Steilpass auf und versprach, dass sie auch in einem Jahr wieder kommen werde. «Und auch in vier Jahren werden wir weiter als kleine, aber starke Partei hier sein.»

Mit diesen Worten versprühte sie Optimismus für die Bundesratswahlen vom kommenden Dezember, denn dann gilt sie als Wackelkandidatin. Bei anderer Gelegenheit hatte Widmer-Schlumpf schon angekündigt, dass sie sich nur dann zur Wiederwahl stellen will, wenn sie eine reelle Chance sieht. Dazu müsste die BDP aber mehr als die derzeit neun Sitze im Nationalrat erobern können. Aber nicht nur deshalb seien die Wahlen vom Oktober wichtig, fand Gastgeber Markus Dietschi. «Es wird die Frage gestellt, wie es mit der Schweiz weiter geht. Bei einem weiteren Rechtsrutsch wäre es uns vielleicht schon bald nicht mehr so wohl in unserem Land. Deshalb ist es wichtig, dass der Solothurner BDP ein gutes Resultat gelingt.»

Daran hat auch die CVP ein Interesse, die am Brunch durch Landammann Roland Heim vertreten war, denn das Restmandat könnte an sie fallen. «Nur zusammen haben wir eine Chance, dass die Mitte einen zweiten Solothurner Nationalratssitz erobern kann», sagte Heim. Eveline Widmer-Schlumpf stimmte ihm bei: «Es freut mich sehr, dass in Solothurn die Listenverbindung mit CVP, EVP und GLP möglich war. Die Mitteparteien müssen zusammenstehen, denn wir suchen Lösungen und wollen nicht die Probleme bewirtschaften. Die Schweiz soll keine Festung mit lauter Feinden rundherum werden, sondern ein selbstbewusstes, eigenständiges Land, das in Europa konstruktiv mitwirkt.»