Pfingst-Contest
Wettkampf der Funker: Wer hat die beste Verbindung?

CB-Funk, gibt es das noch? Zugegeben, seit dem Internet sind die Hobby-Funker weniger geworden; ausgestorben sind sie aber nicht! Dass die Frequenzen auch im Jahr 2016 heiss begehrt sein können, bewies der 30. Pfingst-Contest.

Ueli Liggenstorfer
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CB-Funker auf dem Weissenstein
9 Bilder
Funk-Anlage
Funktisch
Dublin 73 am Funk
Funkwagen mit Antenne
Antenne
Anhänger für Aufenthalt
Stromgenerator
Sheriff 65 in der Nacht am Funk

CB-Funker auf dem Weissenstein

Ueli Liggenstorfer

Am Samstagnachmittag pünktlich um 15 Uhr lauschten 14 angemeldete Contest-Stationen und viele weitere Funker auf dem Anrufkanal 40 und warteten auf das Startzeichen. Der Organisator des Wettbewerbs wünschte allen gute Verbindungen, dann ging es los.

Auf dem Solothurner Hausberg, dem Weissenstein (1‘267 Meter über Meer), stellte das Team „Antenna 32“ seine Funkstation auf. Ein VW-Kastenwagen diente als Zentrale, daneben stand ein 10 Meter hoher Antennenmast.

„Je höher man ist, je mehr Rundumsicht man hat, desto besser werden die Sende- und Empfangsbedingungen“ sagt Roadstar 77 (Ueli). Er war einer der Operatoren und sass abwechselnd mit Sheriff 65 (Dänu) und Dublin 73 (Marco) am Funkgerät. Auch wenn funken simpel klingt, kann es plötzlich sehr stressig werden.

Dublin 73 stellte fest: „Je mehr Stationen auf einem Kanal sind, desto mehr Organisationstalent und Schreibarbeit sind gefragt, damit keine Funkstation vergessen geht“. Wenn mehrere Funker gleichzeitig die Sendetaste drücken, dann ist der gegenseitige Empfang gestört. Wie bei einem Staffettenlauf wird das Mikrofon von einer zur nächsten Station weitergegeben.

15 Minuten sollte ein Funkgespräch zwischen 2 Stationen dauern, dann gibt es die volle Punktzahl. Alle Funkgespräche wurden in einem Logbuch notiert; dieses wird den Organisatoren übermittelt, welche die Auswertung machen. Es gewinnt, wer in den 24 Stunden am meisten Funkgespräche über möglichst weite Distanzen machte.

Doch gewinnen ist eigentlich gar nicht so wichtig. Dass die Weissenstein-Station „Antenna 32“ den Sieg holt, glaubt Sheriff 65 (Dänu) sowieso nicht: „Die Konkurrenz war nicht ohne, die CB-Contest-Station „Kyburg 77“ reiste mit Sack und Pack auf den Pilatus. Die Funkbedingungen dort oben sind nochmals besser als auf dem Weissenstein, da haben wir keine Chance. Aber dabei sein ist alles und der Teamgeist tut wirklich gut“.

Stolz ist er auf jeden Fall, denn immerhin sind ihm Verbindungen bis in den Kanton Zürich und bis auf die Walliser-Berge gelungen. Ausserdem bekam das „Antenna 32“ Team noch Besuch von einem anderen Funker der auf Frequenz war und zusammen wurde trotz schlechtem Wetter grilliert und in einem Anhänger gegessen. Selbst wenn es noch mehr geregnet hätte, ein voller Bauch gibt einfach ein gutes Gefühl.

Auch im Nächsten Jahr wollen die 3 Hobby-Funker wieder am CB-Pfingst-Contest antreten. Wenn allerdings das Wetter etwas besser wäre, hätte niemand etwas dagegen.

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