Gotthardtunnel

Weshalb es (k)eine zweite Röhre braucht – Das sagen die Solothurner Politiker

Marianne Meister (FDP):  «Die Durchfahrt durch den jetzigen Gotthardtunnel bewirkt ein grässliches Gefühl.» (Archiv)

Marianne Meister (FDP): «Die Durchfahrt durch den jetzigen Gotthardtunnel bewirkt ein grässliches Gefühl.» (Archiv)

Nächsten Monat findet die eidgenössische Abstimmung zum Bau eines Sanierungstunnels statt. Wie argumentieren Befürworter und Gegner aus dem Kanton Solothurn?

Am 28. Februar stimmen die Schweizerinnen und Schweizer unter anderem über den Bau einer zweiten Gotthardröhre ab. Im Hinblick auf den bevorstehenden Urnengang werden auch Pro– und Kontrastimmen aus dem Kanton Solothurn laut.

Mitglieder der Parteien CVP, FDP und SVP unterstützen den den Bau eines zweiten Tunnels. Dagegen halten Grüne, Grünliberale, SP, junge SP und EVP.

Die zweite Gotthardröhre soll genutzt werden können, während der bestehende Gotthardtunnel saniert wird. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die zweite Röhre als zusätzlicher Strassenverkehrstunnel dienen.

Die beiden Gotthardtunnel würden dann je einspurig betrieben werden.

Konkurrenz für Eisenbahntunnel

«Nein zu zweimal so viel Lastwagen. Nein zur zweiten Gotthardröhre» – so lautet die Devise des Komitees der Gegner.

Diese begannen am vergangenen Samstag ihre Kampagne, indem sie eine Oltner Unterführung mit Nein-Plakaten schmückten.

Laut Barbara Wyss Flück, Kantonsrätin der Grünen, Co-Präsidium ist Folgendes eine «unbestrittene» Tatsache: «Neue Strassen bringen mehr Verkehr», bekräftigt sie den Slogan ihres Komitees auf Anfrage.

Ein weiteres ihrer Hauptargumente gegen die zweite Gotthardröhre ist der Gotthard-Basistunnel. Dieser 57 Kilometer lange Eisenbahntunnel wird im kommenden Juni eröffnet.

«Die zweite Röhre stellt meiner Meinung nach ein absolutes Konkurrenzwerk zum Basistunnel dar», so Wyss-Flück. Was die Kantonsrätin abschliessend dazu zu sagen hat: «Transport gehört auf die Schienen!»

Projekt für nächste Generation

Das sieht FDP-Kantonsrätin Marianne Meister anders. Die Präsidentin des solothurnischen Gewerbeverbandes gehört dem Solothurner Komitee «JA zum Gotthardtunnel» an und spricht sich für Sicherheit durch den Bau einer zweiten Röhre aus.

«Zu sehen wie all die Lastwagen durch den Gotthard donnern, ist ein grässliches Gefühl – ich fühle mich bei einer Durchfahrt nicht sehr wohl.»

Ein weiterer Grund, weshalb es die zweite Röhre braucht, ist für die Kantonsrätin die Verbindung zum Kanton Tessin. Bei einer Vollsperre des Gotthardtunnels ohne eine Sanierungsröhre wird laut de Präsidentin des kantonalen Gewerbeverbandes der wichtigste Handelspartner des Kantons abgeschnitten – und zwar Norditalien.

«Unternehmer sind auf diese Verbindung angewiesen», so Meister. Die Argumente der Gegner sind für die Kantonsrätin «nicht nachhaltig».

Die geplante Verladestation für Lastwagen sei eine «Monsterübung». Marianne Meister ist überzeugt, dass die zweite Röhre ein Projekt für die Zukunft ist:

«Mit dem Bau des Sanierungstunnels schaffen wir auch für die nächste Generation eine gute und nachhaltige Lösung.»

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