Die ganze Welt stand Kopf wegen dieses Supermondes. Jetzt war das gar keiner?

Doch, es war einer. Aber es wäre übertrieben zu sagen, dass die ganze Welt Kopf stand. Es ist sicher rein von den Zahlen her eindrücklich, weil er seit 68 Jahren während eines Vollmondes nicht mehr so nah an der Erde stand. Grundsätzlich nimmt man es aber gar nicht richtig war, dass er jetzt grösser sein soll. Er war eben nicht doppelt so gross sondern nur 10 Prozent grösser. Wenn er am Himmel steht, kann das menschliche Auge die 10 Prozent nicht wirklich registrieren. Auch die paar Prozent, die er heller ist als sonst, sind schwierig wahrzunehmen. Gerade am Montag hatten wir Schleierwolken, eine hohe Luftfeuchtigkeit und Dunst in der Atmosphäre. Da werden diese paar Prozente zu Nichte gemacht. Wenn der Mond am Horizont aufgeht, dann ist es egal, ob es ein Supermond ist oder nicht. Er ist immer riesig und eindrücklich. Eine gelblich-rötliche Färbung hat er sowieso nur, wenn er nahe am Horizont steht. Wenn er oben am Himmel steht ist er gräulich, silbrig. Wenn die Fachleute nicht ausrechnen würden, dass er grösser ist, würde es den Menschen nicht auffallen, davon bin ich überzeugt. 

Dann sah er nicht anders aus als die letzten Vollmonde, die wir gesehen haben?

Rein von den Zahlen her war er natürlich grösser als die durchschnittlichen Monde. Aber das sind zwei verschiedene Sachen. Die Zahlen sagen, er war grösser. Das andere ist die menschliche Wahrnehmung. Hätten es die Menschen wirklich registriert, dass er grösser ist, wenn nicht die Medien vorher berichtet hätten? Jeden Monat ist Vollmond. Wenn der Mond auf seiner Laufbahn um die Erde langsam näher an die Erde kommt, wird er von Monat zu Monat grösser. Der Vollmond vom Oktober 2016 war nur etwa 1 Prozent kleiner als der vom Montag. Da hat man auch nicht darüber berichtet.

Was ist denn ein Supermond genau?

Ein Supermond bedeutet, dass er sich im Bereich seines erdnächsten Punktes auf seiner Umlaufbahn um die Erde befindet und dass gleichzeitig Vollmond ist. Diese Position muss nicht genau in der Vollmondnacht erreicht sein. Das kann auch einen Tag vorher oder nachher der Fall sein. Bereits beim Dezembervollmond findet dies wieder statt. Dann wird er ebenfalls noch relativ gross sein. Zwar ein paar Prozente kleiner als der Vollmond vom Montag, aber immer noch grösser als der Durchschnittsvollmond.

Was hat es mit den Zahlen genau auf sich?

Man muss zwei Zahlen unterscheiden. Der Mond kann 14 Prozent grösser sein, wenn er an der allernächsten Position ist. Und er kann maximal 30 Prozent heller leuchten im Vergleich vom erdnächsten zum entferntesten Punkt. Das sind Extremwerte, die nur selten erreicht werden. Und das war am Montag nicht der Fall. Der erdnächste Punkt ist nicht immer gleich. Die Umlaufbahn des Mondes verändert sich. Das hat Auswirkungen auf den erdnächsten Punkt. Schon ein paar 1000 Kilometer machen einen Unterschied bei Helligkeit und Grösse der Mondscheibe aus.