BLN-Gebiete
Wertvolles Leben in der alten Gipsgrube

Im dritten Teil unserer Serie zu den BLN-Gebieten im Kanton Solothurn befassen wir uns mit dem waldreichen Gebiet zwischen Lenzburg und Olten.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Eine ganz eigentümliche Landschaft zeigt sich im Gebiet der stillgelegten Gipsgrube von Kienberg.

Eine ganz eigentümliche Landschaft zeigt sich im Gebiet der stillgelegten Gipsgrube von Kienberg.

Thomas Ulrich

Zum Bundesinventar Landschaften und Naturdenkmäler gehört das waldreiche Gebiet zwischen Lenzburg und Olten. Zwei hintereinanderliegende Ketten des Faltenjura mit pultartig ansteigenden Südhängen und steil abfallenden Flühen gegen den Norden sind hier charakteristisch. Im westlichen, dem Solothurnischen Teil, ist eine starke, urtümliche noch wenig berührte Naturlandschaft zu erkennen.

BLN-Gebiete im Kanton Solothurn

Das Bundesinventar Landschaften und Naturdenkmäler BNL existiert seit 1977 und ist seit 1. Juni 2017 total revidiert worden. Es bezeichnet die 162 wertvollsten Landschaften unseres Landes und hat zum Ziel, ihre grosse Vielfalt zu erhalten. Für uns Gelegenheit, sieben der insgesamt total neun BNL-Gebiete des Kantons Solothurn näher vorzustellen. Der Kanton Solothurn setzt die Ziele der BLN-Gebiete mit Juraschutzzone, Kantonaler Uferschutzzone, Kantonale Naturreservate und dem Programm Kantonale Vorranggebiete Natur und Landschaft, insbesondere mit den freiwilligen Massnahmen des Mehrjahresprogrammes Natur und Landschaft um. (frb)

Als Folge der spezifischen geologischen Verhältnisse mit Gips-Anhydritlager in tiefreichenden Bruchzonen des Gesteins, entstanden Schwefelquellen. Zum Beispiel Bad Lostorf. Heute zwar geschlossen, aber zu Beginn des 15. Jahrhunderts entdeckt, ist sie eine der schwefelhaltigsten Quellen der Schweiz. Die Wälder sind bewachsen mit Hirschzungen-Ahorn, Linden und Kalkbuchen. Zu finden sind seltene Wald- und Wiesengemeinschaften.

So sind die stark gefährdete Orchideenart Spinnen-Ragwurz (Ophrys araneola) oder die Knollige Kratzdistel (Cirsium tuberosum) zu entdecken. Die rund 7 ha grosse, stillgelegte Gipsgrube von Kienberg ist ein besonderes Kleinod. Sie ist seit 2010 im nationalen Inventar der Trockenwiesen und -weiden (TWW) zu finden. Durch eine extensive Beweidung mit Ziegen und sporadischen Pflegeeinsätzen wird die Grube von Überwucherung offen gehalten.