Kapuzinerkloster Solothurn

Das Kapuzinerkloster am Rand der Solothurner Altstadt ist eines der «Sorgenkinder» des Kantons. Es steht seit dem Auszug der Kapuziner im Jahr 2003 mehr oder weniger leer. Der Kanton möchte die denkmalgeschützte Liegenschaft am liebsten im Baurecht abgeben oder verkaufen. Doch bisher sind alle Projekte (unter anderem Seminarbetrieb, Klosterhotel usw.) bereits – und nicht zuletzt – an der Finanzierung gescheitert. Fachleute beziffern die nötigen Investitionen für eine umfassende Sanierung und den Ausbau mit rund 20 Mio. Franken.

Inzwischen wird das Kloster im Rahmen streng limitierter Möglichkeiten für private und kulturelle Anlässe vermietet. Pläne für eine etwas intensivere Nutzung stiessen bei einzelnen Anwohnern auf Widerstand. Zuletzt wurde ein Umnutzungsgesuch des Baudepartements, das auch bescheidene gewerbliche Nutzungen ermöglichen sollte, von der städtischen Baukommission abgelehnt. Der Kanton hat diesen Entscheid nun aber an das kantonale Verwaltungsgericht weitergezogen. «Wir wollen wissen, was in dieser Zone machbar ist und was nicht», erklärt Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli die Zielsetzung. Unter dem aktuellen Regime wären keine «kommerziellen» Veranstaltungen oder Angebote zulässig. Streng genommen nicht einmal bisher regelmässig durchgeführte Anlässe wie die «Authentica» oder «Advent im Kloster».

Jährlich 150'000 Franken minus

Dass der Kanton für Zwischennutzun-gen mehr Handlungsspielraum möchte, kommt nicht von ungefähr: «Allein der bauliche Unterhalt betrug in den letzten fünf Jahren jährlich 81 000 Franken», rechnet der Kantonsbaumeister vor. Zähle man auch noch Nebenkosten, Reinigung, Gartenpflege, Versicherungen und Hauswartung hinzu, ergebe sich ein Gesamtaufwand von jährlich 170'000 Franken. «Bei Einnahmen von durchschnittlich rund 20'000 Franken aus Vermietungen ergeben sich Jahr für Jahr Mehraufwände von rund 150'000 Franken», so Mäusli. Der Gebäudeversicherungswert beträgt rund 12 Mio. Franken.

Fridau, Egerkingen

Die Fridau war 1871 als Tuberkuloseklinik eröffnet worden. Bis zur Schliessung im Jahre 2008 diente sie als Aussenstation der psychiatrischen Klinik Solothurn. Vor dem Hintergrund wachsender Asylzahlen brachte der Kanton ab Oktober 2014 gegen den Widerstand der Bevölkerung Asylsuchende in der Fridau unter. Mit der Entspannung an der Asylfront konnte diese Nutzung Ende Juni 2017 wieder aufgegeben werden. «Zahlreiche Interessenten» hätten das idyllisch gelegene Objekt bereits besichtigt, heisst es beim Hochbauamt. Im Sommer 2017 beispielsweise war man mit einem Investor im Gespräch, der konkrete Pläne für einen Betrieb im Bereich Medical Spa hatte. Andere Initiativen scheiterten, weil der Kanton keine Neunutzung im Gesundheitswesen will, mit der die Bettenkapazitäten erhöht würde. Gleiches gilt auch für die Höhenklinik Allerheiligenberg. Der Gebäudeversicherungswert beträgt rund 16 Mio. Franken.

Allerheiligenberg, Hägendorf

Mit Unterstützung der Schuhfabrikanten-Familie Bally wurde 1908 hoch über Hägendorf die Höhenklinik Allerheiligenberg gebaut. Weil der klamme Kanton im Rahmen seiner Sparmassnahmen Spitalstandorte reduzieren musste, beschloss die Politik die Schliessung der Klinik. Der umstrittene Entscheid wurde 2010 in einer Volksabstimmung bestätigt. Die Höhenklinik ist in der Zwischenzeit von Alters- und Pflegeinstitutionen während deren Umbauarbeiten als Übergangslösung verwendet worden, steht aber aktuell leer. Vermieten kann der Kanton immerhin das benachbarte Personalhaus: Das Transportunternehmen Murpf (Hägendorf) quartiert dort seine Fahrer und weiteres Personal ein. Wie die ehemalige Klinik Fridau sind auch die Liegenschaften auf dem Allerheiligenberg buchhalterisch abgeschrieben, wie es beim Hochbauamt heisst. Der Gebäudeversicherungswert beträgt rund 40 Mio. Franken.