Landesstreik

Wer tötete die drei Zivilisten? Christian Lanz ist im Schiesskeller dem Mörder auf der Spur

Rechtsmediziner Christian Lanz macht den Schusstest.

Rechtsmediziner Christian Lanz macht den Schusstest.

Rechtsmediziner Christian Lanz zweifelt an der offiziellen Darstellung, wie die drei Zivilisten am Landesstreik in Grenchen erschossen wurden. Jeder Waffentyp hinterlässt im getroffenen Körper andere Spuren - für Kriminalwissenschafter ein wichtiger Umstand.

Vor 100 Jahren eskalierte in Grenchen der Landesstreik. Soldaten erschossen drei Zivilisten. Nun äussert ein Rechtsmediziner Zweifel an der damaligen Darstellung. Hat am Ende gar ein Major geschossen? Er hat selbst Nachforschungen angestellt.

Wie schnell verlässt ein Schuss eine Waffe? Wie verhält sich die Munition, wenn sie auf einen Körper trifft? Dies ist für jeden Waffentyp unterschiedlich. Rechtsmediziner kennen das Verhalten einer Waffe. In Handbüchern ist dies nachschlagbar – jedoch nicht für alle Waffen. Gerade zu älteren Waffen können Angaben fehlen.

Um Daten für eine der möglicherweise beim Landesstreik verwendeten Waffen zu erhalten, hat der Rechtsmediziner Christian Lanz – früher war er Kantonsarzt, heute ist er an den Solothurner Spitälern –mit alter Munition und einem Revolver selbst einen Schiessversuch gestartet. Lanz hat in einem Schiesskeller in einen Seifenblock geschossen und dabei die Geschwindigkeit des Projektils gemessen. Im aufgeschnittenen Seifenblock lässt sich sehen, wie sich das Projektil in einem Körper verhält. Wie das Forschungsexperiment des Rechtsmediziners abgelaufen ist, können Sie in einem Video auf unserer Homepage sehen. (lfh)

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