Wieder liegt sie vor, die «Bibel» der Gourmets, der Reiseführer zu den kulinarischen «Tempeln» der Schweiz: der «Gault Millau» aus dem Hause Ringier. 840 Restaurants hat Gastro-Tester Urs Heller bewertet und kommentiert, im Kanton Solothurn sind es von West nach Ost und von Süd nach Nord insgesamt 20 Häuser, welche sich den Bewertungen von Heller stellen müssen. Oder dürfen – je nach Ergebnis.

Ganz neu in den Gault Millau aufgenommen und gleich mit einer Punktzahl von 14 bewertet wird das Restaurant Chappeli an der Allerheiligenstrasse in Grenchen. Das Restaurant wurde erst im Frühling dieses Jahres eröffnet, doch die gute Benotung erklärt sich aus dem jungen Wirtepaar. Christoph Köhli und Janine Hausmann erkochten sich vor dem «Chappeli» im Kunsthaus im sankt-gallischen Uznach eben gar 16 Punkte. Kritiker Heller meint: «Die Karte ist zwar noch ziemlich klein, aber das Kochen hat der Chef nicht verlernt.» Heller erwähnt noch, dass Christoph Köhli das Kochen ja schliesslich bei Nik Gygax in Thörigen (s. Kasten) gelernt habe. Damit verspricht Grenchen kulinarisch doch wieder einiges.

Das sei umso notwendiger, als sich das andere Grenchner Gault-Millau-Haus eine weniger gute Benotung gefallen lassen muss. Der «Grenchner Hof» hat den Tester-Gaumen gar nicht überzeugen können und sinkt gar auf 12 von 20 möglichen Punkten. Explizit beschreibt Heller einen misslungenen Abend dort, an dem auch die gigantische Weinkarte nicht zu überzeugen vermochte. Der Fisch sei zu trocken gewesen, der Parmesankäse hätte Geschmack gehabt und vom Trüffelöl sei nichts zu spüren, moniert der Kritiker.

Solide und beständig

Solides Kochhandwerk vermelden hingegen die anderen Destinationen im Kanton Solothurn. Mit je 17 Punkten krönen sich seit Jahren die «Traube» in Trimbach, «Lamparts» in Hägendorf, das «Bad Attisholz» in Riedholz und «Zum Alten Stephan» in Solothurn.

15 Punkte gehen dieses Jahr an das «Kreuz» in Egerkingen, die «Felsenburg» in Olten und die «Brücke» in Niedergösgen. In diesen drei Restaurants wurde auch schon in der Vergangenheit auf dem 15-Punkte-Niveau gekocht. Allen wird eine solide und ausgewogene Leistung attestiert. Mit 14 Punkten werden die «Sonne» in Gunzgen, die «Eintracht» in Kestenholz, der «Hirschen» in Erlinsbach und «Martin» in Flüh bewertet. Das Solothurner «Salzhaus» hat seine 14 Punkte vom letzten Jahr verteidigen können.

Der Oltner «Salmen» verliert einen Punkt und muss sich dieses Jahr mit 13 zufrieden geben. Wie der Tester selbst schreibt, habe er wohl einen schlechten Abend erwischt. Viel Hektik im Betrieb und daher kalte Speisen auf dem Teller. Der «Rote Turm» in Solothurn muss einen Punkt abgeben und misst sich nun mit den 13er-Restaurants, genau gleich wie das «Kreuz» in Obergösgen und die «Taverna Romana» im «Sternen» Hessigkofen. Das «Baseltor» in Solothurn bekommt mit 13 Punkten nun endlich einen Punkt mehr, nachdem man jahrelang auf 12 Punkte zählen musste. Den Schluss macht die «Seerose» in Bolken: 12 Punkte zusammen mit dem «Grenchner Hof».