Der besondere Ort
Wer Abkühlung sucht, sollte durch die Tüfelsschlucht wandern

Den heissen Temperaturen für ein paar Stunden entfliehen? Nichts leichter als das: Die Tüfelsschlucht in Hägendorf ist ideal für einen kühlen Sommerausflug. Es gibt auch eine Sage über die Schlucht.

Sven Altermatt
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Wanderer in der Teufelsschlucht.

Wanderer in der Teufelsschlucht.

Christoph Neuenschwander

Durch die Schlucht steigt es sich selbst bei Bruthitze angenehm auf den Allerheiligenberg. «Da fällt einem die Wanderung gleich zum Start leichter», sagte ein Leserwanderer auf der 12. Etappe.

Die Tüfelsschlucht zählt zu den romantischsten ihrer Art im Mittelland. Vom Bahnhof in Hägendorf sind es nur wenige Minuten bis zu ihrem Einstieg. Der wilde Cholersbach hat sich tief ins Juragestein eingefressen. Grotten, Höhlen und Felswände sind so entstanden, weiss der Wanderleiter Werner Studer. «Da hat die Natur grosse Arbeit geleistet.» Der Wanderweg schlängelt sich vorbei an Moosfelsen und einer Wasserfontaine.

Begrüssung in Härkingen
38 Bilder
Bald geht es los
Fröhliche Leserwanderer
Über 180 Treppentritte gibt es in der Tüfelsschlucht
Aufstieg in der Schlucht
Aufstieg in der Tüfelsschlucht
Wanderer in der Teufelsschlucht.
Die Wanderung durch die Tüfelsschlucht ist nicht ungefährlich
Die Temperaturen sind stets angenehm kühl
Mit Stöcken geht es voran
Wandern für Hund und Mensch
Pause in der Tüfelsschlucht
Wanderleiter Werner Studer
Urs Liniger, Sekretär Revierjagd Solothurn
Promiwanderer (v.l.) Urs Liniger, Sekretär Revierjagd Solothurn; Marlène Wälchli Schaffner, Gemeinderätin Olten; Konrad Imbach, Präsident Bürgergemeinden und Waldeigentümerverband
Marlène Wälchli Schaffner trug ein Kleid
Konrad Imbach, Präsident der Bürgergemeinden und Waldeigentümer
Leserwandern-Staff
Ein schnmaler Tatzelwurm
Leichten Schrittes voran
Eine Kuhherde folge den Wanderern
Kein Durchgang für Kühe
Aufstieg auf den Belchen
Aufstieg auf die Belchenfluh
Fahne auf der Belchenfluh
Aussichtspunkt auf der Belchenfluh
Leserwanderer Toni auf der Belchenfluh
Ausblick von der Belchenfluh
Blick von der Belchenfluh
Leserwanderer Max gibt Verse preis
Im schattigen Wald
Ein durstiger Wanderer
Durchgang auf die Weide
Blick auf Hauenstein
Das wieder aufgebaute General-Wille-Haus oberhalb von Hauenstein
Das General-Wille-Haus
Es gibt was zu trinken
Auch Hunde kühlen sich im Wasser

Begrüssung in Härkingen

Christoph Neuenschwander

Die Stege und Brücken machen den Weg durch die Schlucht einfach begehbar. Überhaupt ist diese auch bestens für einen Familienausflug geeignet: Feuerstellen laden zum Grillieren ein, darunter auch ein Rastplatz mit «Schweizer Familie»-Label. Unterwegs empfiehlt sich ausserdem ein kurzer Abstecher zur Sandloch-Höhle. Hier sind die Temperaturen nämlich noch tiefer und bewegen sich konstant um 10 Grad Celsius.

Anfang des 20. Jahrhunderts sehnte sich die Bevölkerung von Olten nach Erholung in der Natur und frischer Luft. Schon seit der Erschliessung vor mehr als 100 Jahren kümmert sich der Verkehrs- und Verschönerungsverein Hägendorf um den Unterhalt der Tüfelsschlucht. Ihr Name änderte sich im Laufe der Zeit, dessen Ursprung ist jedoch bis heute nicht restlos geklärt.

D’ Tüfelsschlucht von Elisabeth Pfluger

Dä Felsechrache wo der Cholergrabe und s Höferbächli im Hägedörfer Bärg usgfrässe hei, hed nid eisder der wüest Name Tüfelsschlucht gha. Das isch esoo gsi: Vom Ungerwald här isch einisch e Tüfel midere arme Seel choo. Er hed se bim Wuest obe welle go id Höll ablifere. Ufem Wäg hed er si verloffe und isch unbsinned id Schlucht von Chölerbach ine grote. «Doo ischs jetz schön chüel», hed er gseit und isch zant der arme Seel ine grossi Glunggen inegumped. Jöö, hed das e Pfuus gee und e Dampf! Aber däm Tüfel heds das Baden im herrlig chalte Wasser chönne. Woner derno die Seel id Höll buxiert gha hed, isch er mid ere ganze Rotte vo sine Kamerade im Flüegrabe zuechoo. Jööre Gott! Hed das es Uwäse gee! Die sy dure Bach pflotsched, unger d Wasserfäll gstange, i dene Glungge, Seeli und Wejerli umepfodled und drooled. Und gfluecht und haupeetered hei si derzue vor Freud, ass s Harz us de Tanne tribe hed. Aber im Dorf unge hei d Lüt ganz verstöbered gägem Bärg ufe gluegt. Us der Schlucht si Dampfschwaade ufgstige und als dunkli Wulche überem Bärg und em Dorf blybe hange.

Der Bach hed au afo rüüche. Er hed nach Schwäfel und Brand gstunke und isch süttig heiss gloffe. Die vile schöne Forälle hed er, midem silberige Buuch obenuff, id Dünneren use gschwemmt. Soo isch das jetz Tag für Tag gange, und d Lüt hei gjommered und briegged, - oder gfluecht. Derno hei d Tüfle i ihrem Uebermuet ganz Bäum usgrisse und sogar Steiplütschi und Felsmöcke is Bachbett trööled, für s Wasser z staue. Do hed me das Uwäse nümm lenger chöne lo astoo. D Hägedörfer si bi de Chapeziner im Chloster z Olte go Rot und Hilf reiche. Ne Pater isch is Dorf choo. Zerst hed er i der Chilche de Lüte s Gwüsse grodt. Derno isch er id Schlucht ufe gstige, mueterseeleneleini, derwylen as d Lüt bätted und Cherzen azüngt hei. Jööre Gott au! Hed das gchroosed und pochled im Bärg obe, pfuused, gjommered und gweebered. Und zündgäl si dicki Näbelschwaade id Höchi gstige. Erst nach zweumol drei Stunge isch dä guet Pater wider is Dorf abe choo, müed und mucht vom herte Kampf midem Böse. Di bruune Hoor und der Bart sinem dört obe chridewyss worde. Und a der Iingge Schlöfe hed er es Mool gha, wie vonere füürige Chlaue. Aber zidhär si die böse Tüfle usem Dorf und us der Schlucht banned. Der Bach lauft wider klar und chüel. Nume der Name isch blibe: Tüfelsschlucht!

Solothurner Geistersagen, Verlag Aare Solothurn (1972)

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