Mittlerweile wissen es auch Kulturmuffel: Das Theater Orchester Biel-Solothurn TOBS geniesst ein nationales Renommee und lockt mit seinen Produktionen Besucher aus der ganzen Schweiz an – auch nach Biel. Eine umfassende Zustandsanalyse des historischen Gebäudes mitten in der Bieler Altstadt zeigte schon vor einiger Zeit auf, dass wegen mangelnder Sicherheit für Publikum und Mitarbeiter der Spielbetrieb gefährdet ist. Glücklicherweise ist bis heute nichts passiert.

Bei einem Augenschein am Freitagvormittag wurde gesagt: Das Stadttheater Biel wurde seit 1979 nicht mehr umfassend renoviert. Aufgrund der latenten Gefährdungen und Dringlichkeit wurden im Sommer und Herbst 2014 ein kleiner Teil der dringendsten Sofortmassnahmen bezüglich Brandschutz und Personensicherheit umgesetzt, erklärte Theaterdirektor Dieter Kaegi. Allerdings seien weiterhin eine grosse Anzahl Mängel vorhanden, welche jetzt sofort behoben werden müssen. Gemäss Vertrag liege die Verantwortung voll bei der Stadt Biel als Eigentümerin des Hauses, sagte die Bieler Finanzdirektorin Silvia Steidle.

Im Brandfall zu gefährlich

Kaegi präzisierte die nun anstehenden Renovationen: «Die Beleuchtungssituation muss verbessert werden. Die Treppen und die Stufen im Zuschauerraum müssen mit zusätzlicher Beleuchtung besser erkennbar gemacht werden, um Unfälle zu vermeiden. Die Fenster im Treppenhaus Ost, sowie die Haupttüre müssen mit Verbundsicherheits-Fensterglas versehen, und an einigen Fenstern müssen Gitter angebracht werden.»

Die Fluchtwegsituation aus dem Publikumsbereich sei unbedingt verbesserungswürdig, da nicht alle Fluchtwege jederzeit sicher begehbar seien. Zudem müssten behindertengerechte Sitzplätze und Zugänge realisiert werden.

Der Leiter Hochbau, Jürg Saager, sagte zudem: «Wir machen nichts Spezielles. Es sind alles technische Anforderungen, die wir erfüllen müssen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können.» Es habe in den vergangenen Jahren viele neue Vorschriften bezüglich Brandschutz und Personensicherheit gegeben, und diese müssten nun umgesetzt werden.

Der nun dem Bieler Stadtrat am 21. April vorgelegte Budgetposten von 2,425 Mio. Franken sei eine pragmatische, der politischen Realität geschuldete Summe, ergänzte Kaegi. «Nötig wäre ein noch viel grösserer Betrag.»

Saager ergänzte: «Dies sind aufgeschobene Unterhaltsarbeiten, die nun durch Druck von Aussen realisiert werden müssen.» Kaegi war es noch wichtig zu bemerken, dass bei den nun anstehenden Massnahmen kein Kosmetikposten dabei seien. «Geld für ein neu gestaltetes Foyer versuchen wir jetzt mittels privaten Spenden aufzutreiben.»
Stimmt der Stadtrat der geforderten Summe zu, kann mit den Renovationsarbeiten in der Saison Ende 2016 anfangs 2017 begonnen werden. «Wenn nicht, müssen wir in Biel schliessen.»