Pollenallergie
Wenn die Pollen fliegen, stürmen Allergiker die Apotheken

15 bis 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben Heuschnupfen. Seit Anfang März leiden die Allergiker und strömen in die Apotheken. Ein generelles Rezept zur Behandlung gibt es nicht, es stehen viele Behandlungsmöglichkeiten offen.

Simon Wyss
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Niesen ist nur eine der wenig angenehmen Folgen von Heuschnupfen.

Niesen ist nur eine der wenig angenehmen Folgen von Heuschnupfen.

pixelio/hofschläger

Verstopfte Nase, juckende und tränende Augen, Niesattacken. Jeden Frühling leiden 15 bis 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung: Sie haben Heuschnupfen. Gemäss Allergiezentrum Schweiz sind rund 1,2 Millionen Menschen betroffen.

Viele Apotheker spüren derzeit einen grösseren Zulauf aufgrund der Pollenallergie. Max Forster, Apotheker und Geschäftsführer der Hirsch-Apotheke in Solothurn, ist einer unter ihnen. Wie viel Pollenallergie-Medikamente seine Apotheke in letzter Zeit verkauft hat, kann er nicht genau sagen. «Wir führen keine Statistiken», erläutert Forster.

Auch André Viatte, Inhaber der Weissenstein-Apotheke in Langendorf, stellt eine Zunahme fest. «Das hat mit dem warmen Wetter und zum Teil mit der Windintensität zu tun», erklärt der Apotheker. Feststellbar sei dies seit Anfang März. Vereinzelte Allergieprobleme habe es aber bereits zuvor gegeben. Auch die Inhaberin der Ambassador-Apotheke, Franziska Viatte-Brunner, bestätigt eine Zunahme von Kunden mit Pollenallergie.

Jetzt Hasel, später Pappel und Gras

In welchem Monat die Patienten allergisch reagieren ist unterschiedlich. «Das kommt natürlich immer auf das Wetter an. Wenn es trocken ist, spüren es die Leute mehr», so Max Forster. Trockenes Wetter sei immer schlecht, meint er. «Im Moment sind es vor allem Hasel und Erle, die viele Pollen produzieren. Später kommt dann noch die Pappel hinzu und im Mai/Juni ist es das Gras», präzisiert Forster.

Unterschiedliche Behandlungen

Die Apotheken bieten verschiedene Behandlungsmethoden an. «Welche wir empfehlen, ist von Kunden zu Kunde unterschiedlich. Es reagiert nicht jeder gleich auf die selbe Methode», erklärt Forster. «Mal juckt es mehr in der Nase, mal mehr bei den Augen. Ein generelles Rezept zur Behandlung gibt es nicht», fügt er an. Auf etwas andere Gesichtspunkte wird in der Weissenstein-Apotheke geschaut: «Wir empfehlen verschiedene Möglichkeiten je nach Alter, Schweregrad der Allergie oder Präferenz des Patienten», antwortet André Viatte auf Anfrage.

Zu den Behandlungen, die in der Ambassador-Apotheke und in der Weissenstein-Apotheke am meisten empfohlen werden, gehört die medikamentöse Symptombehandlung mit sogenannten Antihistaminika–Mittel, die im Körper das für die allergische Reaktion mitverantwortliche Histamin blocken. Laut André Viatte wendet die Weissenstein-Apotheke in besonders schweren Fällen auch Kortison an. Beide Apotheken bieten auch eine spezifische Immuntherapie. Letztere bedingt jedoch laut Franziska Viatte-Brunner, Fachapothekerin FPH der Ambassador-Apotheke, eine allergologische Abklärung durch den Facharzt. Auch alternative Heilmethoden wie Bioresonanz oder Akupunktur werden gelegentlich angewendet.

Zu den meist genutzten Wirkstoffen der Ambassador-Apotheke gegen Pollenallergie gehören Antihistaminika. – Diese sind in Form von Tabletten, Lutschtabletten, Kapseln, Tropfen, einer Lösung, aber auch als Nasenspray oder Nasensalbe erhältlich. Augentropfen gegen die allergischen Symptome werden ebenfalls oft verkauft, homöopathische Globuli dagegen nur nach Kundenwunsch. Zu den Topsellern der Weissenstein-Apotheke gehören laut André Viatte Mittel der Unternehmen Similasan, Wala oder Spagyros, aber auch Generika von Zyrtec und Claritine.

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