Kanton Solothurn
Wenn die Passstrasse doch nicht gesperrt ist

Zwischen Montagabend und Dienstagmorgen kam es aufgrund des Schneetreibens zu zahlreichen Unfällen auf Solothurner Strassen – und auch zu einer Falschmeldung.

Rahel Bühler
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Der Sattelschlepper verkeilte sich in den seitlichen Strassenabsicherungen und kam nicht mehr weiter.

Der Sattelschlepper verkeilte sich in den seitlichen Strassenabsicherungen und kam nicht mehr weiter.

Bruno Kissling

Montagabend, kurz nach 17 Uhr: Der Schnee hat sich langsam, aber sicher auf den Strassen festgesetzt, sie sind glatt und vielerorts noch nicht oder nur begrenzt geräumt. Diverse Verkehrsportale, darunter der TCS und Radio 32, vermelden, die Passstrasse zwischen Trimbach und Hauenstein sei wegen Eisglätte gesperrt. Daraus mussten Verkehrsteilnehmer, die sich informierten, schliessen, dass die Passstrasse nicht befahren werden könne und ein Umweg in Kauf genommen werden müsse. Wie sich kurze Zeit später herausstellte, war dem allerdings nicht so: OT-Fotograf Bruno Kissling konnte problemlos bis Hauenstein hinauf fahren. Auch der Verkehr auf der Gegenfahrbahn rollte. Was aber keines der Verkehrsportale meldete: Auf der Strecke stand oberhalb der Haarnadelkurve beim Rankbrünneli ein Solothurner Sattelschlepper mit Baselbieter Auflieger. Infolge anderer ins Stocken geratener Fahrzeuge musste der Sattelschlepper anhalten. Beim Anfahren scherte der Anhänger aus und verkeilte sich in den seitlichen Strassenabsicherungen (vgl. Dienstagausgabe). Dass die Passstrasse gesperrt sei, war aber offensichtlich eine Falschmeldung.

«Falsch verstanden»

Dies bestätigt Melanie Schmid vom Mediendienst der Kantonspolizei Solothurn: «Die Meldung, dass die Strasse vereist sei, kam kurz nach 17 Uhr. Diejenige, dass die Strasse gesperrt war, war falsch.» Daraufhin wurde der Winterdienst aufgeboten, der die Räumung und die Salzstreuung übernehmen sollte. Wie dann allerdings die Meldung über eine komplett gesperrte Strasse entstand, sei unklar. Fakt ist, dass diese Nachricht auch die nationale Kompetenzzentrale für Verkehrsinformationen Via Suisse erreichte: «Wir erhielten die Gesperrtmeldung von der Polizei und leiteten sie an die Radiostationen und den TCS weiter», erklärt Angela Pasquariello und stellt sogleich Vermutungen für deren Ursache an: «Da am Montagabend viel Betrieb auf den Schweizer Strassen herrschte, kann es sein, dass etwas falsch verstanden oder verwechselt wurde.»

Später erfuhr auch die Kantonspolizei, dass ein Lastwagen nicht mehr weiterfahren konnte und am Strassenrand stand. «Der Verkehr konnte die ganze Zeit rauf und runter fahren», räumt Schmid ein. Eine korrigierte Nachricht wurde nicht herausgegeben. Der Sattelschlepper wurde mithilfe eines speziellen Räumungsfahrzeugs geborgen, welches der Chauffeur selbst organisierte.

Wegen des neuerlichen Wintereinbruchs kam es im Kanton Solothurn von Montagabend bis Dienstagmorgen zu über 30 Verkehrsunfällen. So auch in Härkingen, wo eine Autolenkerin in einer Kurve auf der Fulenbacherstrasse von der Fahrbahn abkam und frontal mit einem Baum kollidierte. Sie musste von der Feuerwehr geborgen und mit dem TCS-Helikopter ins Spital überführt werden. Auf der Strecke Oftringen–Däniken blockierte bis ungefähr 19.15 Uhr ein weiterer Lastwagen die rechte Fahrspur, der Verkehr musste über die Autobahn A1 in Richtung Zürich umgeleitet werden. Immerhin entsprachen diese Meldungen der Wahrheit und die betroffenen Automobilisten konnten sich auf Staus und wirklich notwendige Umwege im Schneetreiben freuen.