Der Solothurner Regierungsrat hat dem Architekten und Künstler Stefan Sieboth (Derendingen) den Kunstpreis des Kantons Solothurn zugesprochen. Acht weitere Kulturschaffende bzw. Formationen werden mit Fachpreisen ausgezeichnet, weiter wird ein Anerkennungspreis vergeben. Die Preisträger wurden Ende September bekanntgegeben. 

Kunstpreis an Stefan Sieboth

Stefan Sieboth führt seit 1959 ein eigenes Büro für Architektur und Industrial Design. Sein Schaffen erstreckt sich über die verschiedensten Ausdrucksformen der visuellen Kultur in den Bereichen Architektur, Design und Bildende Kunst. Als erfolgreicher Architekt hat er sowohl für unsere Region als auch landesweit prägende und bedeutende Bauten geschaffen

Der Architekt, Designer und Künstler aus Derendingen, der seit rund 60 Jahren mit seinem Schaffen die Solothurnsiche Landschaft prägt. Nicht zu vergessen ist sein wichtiges Wirken als Kunstvermittler, war es doch seine Idee, die «Kunst am Bau» im Kanton zu etablieren. So dankte sein Laudator, Thomas Woodtli ihm auch im Namen vieler Kunstschaffenden für diese Innovation. 

«Für mich war es eine Überraschung und ein schönes Gefühl, den Kunstpreis zu erhalten», sagte Stefan Sieboth an der Preisverleihung. Und er sprach über die technischen Entwicklungen, die er nun – auch mithilfe der Erzählungen seiner Eltern – rund ein ganzes Jahrhundert lang beobachten konnte. «Vom Flugpionier, über die schrecklichen Errungenschaften während der Kriege, bis in die frühen Siebziger Jahre hat man als Beobachter die technischen Entwicklungen noch nachvollziehen und wahrnehmen können. Seit die Mikrochips immer leistungsfähiger werden, kann sich nur noch der Spezialist diese Errungenschaften erklären.» Es sei an den Künstlern, hier neue Orientierungsleitlinien zu entwickeln, damit die Menschen ihre Wahrnehmung auf die Umwelt beibehalten können. «Sonst geben sie auf und füllen ihre Wahrnehmung nur noch mit anspruchslosen Unterhaltung», mahnte er.

Kunst macht Arbeit

Auch Landammann Roland Heim, der die Eröffnungsansprache hielt, wandte sich direkt an die Kunstschaffenden. «Kunst ist schön, aber macht viel Arbeit», zitierte er Karl Valentin, den Münchner Komiker. Sogar er selbst wisse das, insbesondere in der Sparte Kleinkunst. «Denn schöpferische Arbeit braucht zuerst eine Auseinandersetzung.» Er zitierte den österreichischen Oekonom Joseph Schumpeter, der meinte, es könne nur dort etwas entstehen, wo vorher etwas zerstört worden sei. «Bestehenden hinterfragen, alte Denkmuster durchbrechen, das ist in der Kunst gefragt und man kann dankbar sein, in einer Gesellschaft zu leben, welche eine Politik hervorbringt, die Kunst unvoreingenommen möglich macht.»

Momentan erarbeite man ein neues Kulturleitbild im Kanton Solothurn, so Heim. «Dieses soll uns aufzeigen, wie die Kultur in unserem Kanton beschaffen sein soll. Zudem soll es wichtige kulturelle Signale nach innen und aussen geben.

«Gute Politik ist eben auch eine Kunst», meinte Kuratoriumspräsident Christoph Rölli zu Heim. Rölli führte als Moderator durch den Abend und kündigte die Preisträger und ihre Laudatoren – alles Mitglieder des Kuratoriums – an. Abwechslungsweise gab es jeweils einen kurzen Film, in welchem die Preisträger mit ihren wichtigsten Statements vorgestellt wurden. Dazwischen sorgte Musiker Christoph Greuter auf allerhand Saiteninstrumenten für die musikalisch richtige Stimmung.

Fachpreise gehen an folgende Künstlerinnen und Künstler:

- Sabina Altermatt, Autorin (Preis für Literatur)

- Verein art i.g. (Preis für Kulturvermittlung)

- The Failures, Band (Preis für Musik)

- Ruedi Fluri, Künstler (Preis für Objektkunst und Installation)

- Rosmarie Grünig, Tänzerin und Tanzpädagogin (Preis für Tanz)

- Verein Lichtspiele (Preis für Filmvermittlung)

- Daniel Lorenzi und Monica Germann, Künstler-Duo (Preis für Malerei und Experimentelles Schaffen)

- Christian Schenker, Musiker (Preis für Musik)

Den Anerkennungspreis der Solothurner Regierung erhalten:

Der Vogelherdclub Oensingen sowie der Ravellen-Club Oensingen für Ihre Tätigkeit im Rahmen der Sonnwendfeier Oensingen.

Der Kunstpreis ist mit 20'000 Franken dotiert und damit der höchste Preis im Kanton Solothurn. Die Fachpreise, sowie der Anerkennungspreis erhalten je 10'000 Franken. Der Regierungsrat vergibt den Kunstpreis und die Fachpreise auf Antrag des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung, die Vergabe des Anerkennungspreises folgt auf Antrag der Staatskanzlei.