Vielleicht haben am Mittwoch bei der Freiwilligenkoordinationsstelle Benevol Solothurn die Korken geknallt. Denn finanzielle Sorgen muss sich die Organisation, deren Bestand immer wieder auf der Kippe stand, vorerst definitiv nicht mehr machen. In der Kasse von Benevol klingelt es derzeit – dank einem Geldsegen aus dem kantonalen Innendepartement.

Das letzte Kapitel: Am Mittwoch wurde bekannt, dass Benevol dieses Jahr 50'000 Franken aus dem Bettagsfranken erhält. Insgesamt 250'000 Franken vergibt der Regierungsrat auch dieses Jahr im Rahmen des Bettagsfrankens. 125'000 Franken fliessen an diverse, noch nicht bestimmte Sozialprojekte. Von den anderen 125'000 Franken gehen 75'000 Franken an die Kinderspitex Nordwestschweiz und 50'000 Franken an die Freiwilligenarbeits-Koordinationsstelle Benevol, wie die Staatskanzlei mitgeteilt hat.

Mehrere hunderttausend Franken

Bereits in den vergangenen Jahren erhielt Benevol aus dem Innendepartement diverse Gelder. Man scheint dort Benevol sehr zu schätzen – oder zumindest hat die Organisation gute Drähte dorthin. Denn eigentlich wollte der Kanton nur eine Anschubfinanzierung über 20'000 Franken leisten, als Benevol 2005 gegründet wurde. Weil die Organisation aber Schwierigkeiten hatte, sich wie geplant über Spendengelder zu finanzieren, half der Kanton über den Lotteirefonds nach. Zwischen 2009 und 2016 war es rund eine halbe Million Franken, zuletzt 80'000 Franken pro Jahr.

Dann aber wurde der Beitrag nochmals erhöht: Für 2017 und 2018 erhält die Stelle 150'000 Franken pro Jahr aus dem Lotteriefonds – satte 70'000 Franken mehr als in den Jahren zuvor. Und damit nicht genug: 2016 beschloss der Regierungsrat auch noch, Benevol mit jährlich 50'000 Franke aus dem kantonalen Integrationsfonds zu unterstützen, um Freiwilligenprojekte im Bereich Flüchtlingswesen aufzugleisen. Benevol konnte inzwischen ein zweites Büro in Solothurn eröffnen und eine neue Mitarbeiterin einstellen.

«Gemeinden haben entschieden»

Warum vergibt der Kanton jetzt auch noch 50'000 Bettagsfranken an eine Organisation, die er auch sonst stärker fördert als vergleichbare Organisationen? Den Grund hat Christian Bachmann, Leiter der Fachstelle Prävention und Gesundheitsförderung im kantonalen Innendepartement, schnell genant: Zwar entscheidet der Kanton abschliessend über die Beiträge. Die Vorschläge werden aber von den Gemeinden eingereicht. «Die Gemeinden wollten ein Zeichen setzen», erklärt Bachmann. «Sie erachten die Freiwilligenarbeit als wichtig.» Die Unterstützung von Benevol hängt auch damit zusammen, dass es offenbar nicht einfach ist, Spendengelder für die Freiwilligenarbeit zu finden.

Zur Abhängigkeit von Benevol vom Lotteriefonds hatte der Kanton bereits früher argumentiert, dass Organisationen teils stärker unterstützt würden, die keine «besonders günstige Ausgangslage haben, Drittmittel in substanzieller Höhe zu generieren».