Immer öfter entscheiden sich Menschen dazu, den Weihnachtsbaum in einem Topf in die gute Stube zu stellen. Es soll eine lebende Pflanze sein, die für den weihnachtlichen Zauber sorgt. Die Vorteile sind klar: keine dürren Nadeln und ein feiner Tannenbaumgeruch in der Stube.

Doch wie soll ein solch eingepflanzter Weihnachtsbaum in einem warmen Raum behandelt werden und wie schafft man es, dass er auch nach den Feiertagen Freude bereitet? Alexander Daetwyler, Obergärtner und Leiter der Wyss Baumschule in Heinrichswil, gibt Auskunft.

Herr Daetwyler, welche Arten eignen sich am besten als Weihnachtsbaum im Topf, und bis zu welcher Grösse ist dies möglich?

Alexander Daetwyler: Am besten eignet sich, wie auch bei den geschnittenen Weihnachtsbäumen, die Nordmanntanne. Doch auch eine normale Rottanne, eine Serbische Fichte oder eine Blautanne können dafür verwendet werden. Kleinere Bäume eignen sich besser als grosse. Mehr als 2 Meter hohe Tannen haben zusammen mit dem Gefäss dann schon ein recht hohes Gewicht, sodass ein Transport ins Wohnzimmer schwierig wird. Aber bei grossen und hohen Räumen können sicher auch grössere Tannen verwendet werden.

Wie pflegt man einen Tannenbaum in der warmen Stube?

Stellt man einen Baum ins Wohnzimmer, besteht die einzige Aufgabe darin, ihn stets mit ausreichend Wasser zu versorgen. Durch die warmen Zimmertemperaturen verdunstet der Baum sehr viel Wasser.

Wie lange kann man einen eingepflanzten Weihnachtsbaum im Wohnzimmer behalten?

Theoretisch kann man einen Baum längere Zeit im Wohnzimmer stehen lassen. Damit ihm die Zeit in der Wärme nichts ausmacht, empfehle ich aber, die Zeit so kurz wie möglich zu halten. Also beispielsweise am 24. in die Stube nehmen und am 26. wieder nach draussen stellen. Die Schwierigkeit entsteht eben mit der Umgewöhnungsphase. Je länger ein Baum im Wohnzimmer steht, desto heikler ist es, ihn nach dem Aufenthalt in der Wärme wieder nach draussen zu stellen.

Könnte man den Tannenbaum nach Weihnachten in den Garten pflanzen, und worauf muss man dabei achten?

Durch die Zimmertemperatur wird der Baum aus seiner Winterruhe geweckt. Der Saftstrom wird aktiviert. Am besten regeneriert sich der Baum an einem hellen, kühlen, aber frostfreien Platz: Wintergärten, helle Garagen oder Keller eignen sich gut. Dort lässt man ihn idealerweise bis zum Frühjahr. Falls das nicht möglich ist, kann man ihn nach 3 bis 4 Wochen bei milder Witterung an einen geschützten Ort stellen. Die Erde im Gefäss ist dabei mit Reisig abzudecken. Auch während der kalten Jahreszeit muss stets genügend Wasser gegeben werden. Ab März könnte der Tannenbaum in den Garten gepflanzt werden.

Kann man einen Tannenbaum das ganze Jahr über in einem Topf auf dem Balkon halten und ihn jeweils zu Weihnachten wieder hereinnehmen?

Ja. Man kann diese Tannen auch das ganz Jahr im Topf wachsen lassen. Dies bedingt aber ein Umtopfen in ein grösseres Gefäss und eine regelmässige Versorgung mit Wasser und Dünger.

Angenommen, im eigenen Garten wächst eine kleine Tanne. Könnte man diese auch eintopfen und als Weihnachtsbaum nehmen?

Ein Ausgraben einer solchen Tanne erfordert viel Fingerspitzengefühl und ist nur die ersten 3 bis 4 Jahre nach der Pflanzung zu empfehlen. Das Ausgraben und Eintopfen sollte aber bereits im September erfolgen, damit die Pflanze im Topf noch anwurzeln kann.

Welche Art Weihnachtsbaum haben Sie selbst in der Stube?

Ich verwende einen geschnittenen Baum. Ich finde, wenn man etwas Gutes für unsere Natur machen will, soll man am besten einen geschnittenen Baum aus einer einheimischen Zucht verwenden.