Am Montag, 8. April 2019, hat die Kantonspolizei Solothurn die Polizeiliche Verkehrsstatistik (PVS) für das Jahr 2018 veröffentlicht. Sie enthält Angaben zu Anzahl, Art und Ursachen von Verkehrsunfällen sowie zur Kontrolltätigkeit und zu den Feststellungen in den Bereichen Geschwindigkeit, Fahrfähigkeit, Ablenkung und Schwerverkehr.

Verkehrsunfälle: Weniger Unfälle jedoch mehr verletzte Personen

Im Kanton Solothurn ereigneten sich im Jahr 2018, im Vergleich zum Vorjahr, erneut weniger polizeilich rapportierte Verkehrsunfälle. Insgesamt wurden 1'290 (2017: 1'295) Verkehrsunfälle registriert, was einer minimen Abnahme von 0,4% entspricht. Bei 581 Verkehrsunfällen (2017: 572) wurden insgesamt 770 (718) Personen verletzt, was eine Zunahme von 52 Personen oder etwas mehr als 7% ausmacht. Auch verloren mit 9 (7) Personen mehr Menschen ihr Leben im Strassenverkehr als im Vorjahr. Ebenfalls erhöht haben sich mit 112 (72) die schwer und mit 649 (639) die leicht verletzten Personen.

  • Erneut am meisten polizeilich rapportierte Verkehrsunfälle ereigneten sich mit 831 (2017: 790) im Innerortsbereich; im Ausserortsbereich blieb die Anzahl mit 254 (252) konstant, auf der Autobahn kam es mit 205 (253) zu weniger Ereignissen.
  • Häufigste Unfallursachen bleiben «Missachtungen des Vortrittsrechts», «Mangelhafte Bedienung des Fahrzeuges» und «Unaufmerksamkeit und Ablenkung».
  • Gesunken von 104 auf 94 ist die Anzahl der Verkehrsunfälle infolge überhöhter Geschwindigkeit
  • Die Zahl der verunfallten Fussgänger ist im Vergleich zum Vorjahr leicht vom 51 auf 55 angestiegen.
  • Die Unfälle mit E-Bike-Fahrenden haben von 24 auf 38 wieder zugenommen. Bei 50% der Unfälle war der E-Bike-Fahrende der Hauptverursacher. Leider musste im Jahr 2018 auch ein Todesopfer verzeichnet werden.

Geschwindigkeitskontrollen: mobile Messungen an neuralgischen Punkten

Im Jahr 2018 führte die Polizei insgesamt 1'481 Geschwindigkeitskontrollen mit mobilen und semistationären Anlagen durch (2017: 1'463), der grösste Teil davon innerorts. Mit mobilen Anlagen wurden insgesamt 1'784'913 Fahrzeuge gemessen (1'610'997) von denen 121'548 zu schnell fuhren (114'359). Die durchschnittliche Übertretungsquote lag damit bei 6,8% (7,1%). Die semistationären Anlagen kamen 101 Mal zum Einsatz (100) und stellten dabei 92'717 Übertretungen fest (79'525). Von den beiden Anlagen wird in der Regel eine innerorts eingesetzt, die andere vor allem auf der Autobahn. Die festgestellten Übertretungsquoten blieben im Durchschnitt konstant bei 1,3% (1,3%). 

Bei insgesamt 12 (7) Fällen lagen die Geschwindigkeitsübertretungen im Bereich, die den Raser-Tatbestand erfüllten. Aufgelistet sind in der Polizeilichen Verkehrsstatistik auch die festgestellten Geschwindigkeitsübertretungen der fixen Anlagen in Städten und Gemeinden.

Beeinträchtigte Fahrfähigkeit: Mehr Personen unter Alkoholeinfluss festgestellt

Mit knapp 21% war im 2018 eine massive Zunahme an «Fahrzeuglenkenden unter Einfluss von Alkohol» feststellbar. Die Zahl stieg im Kanton Solothurn von 444 auf 537 Personen. Hingegen sank die Zahl der festgestellten Fälle, bei denen die Lenkenden unter Einfluss von Drogen oder Medikamenten standen von 312 auf 279.

Ablenkung durch Smartphone nimmt zu

Als Massnahme zur Reduktion von «Verkehrsunfällen infolge Unaufmerksamkeit und Ablenkung» wurde im 2018 der Fokus auf die Verkehrsregelverletzungen im Zusammenhang mit der Benützung eines Smartphones gelegt. Bei der «Verwendung eines Telefons während der Fahrt» wurden 2'525 Widerhandlungen festgestellt, 76% mehr als im Vorjahr (1'433). Eine Zunahme von 526 auf 809 Widerhandlungen (+54%) wurden auch bei den registrierten Fällen der «Vornahme einer Verrichtung» verzeichnet, unter welche beispielsweise das Schreiben von Kurznachrichten fällt. (pks)

Die Polizeiliche Verkehrsstatistik (PVS) der Kantonspolizei Solothurn ist hier verfügbar.