Kriminalitätsstatistik

Weniger Einbrüche im Kanton Solothurn – 13 Prozent werden aufgeklärt

Die Kriminalstatistik der Kapo Solothurn verzeichnete im vergangenen Jahr die tiefste Einbruchquote seit 2009. (Symbolbild

Die Kriminalstatistik der Kapo Solothurn verzeichnete im vergangenen Jahr die tiefste Einbruchquote seit 2009. (Symbolbild

Im Kanton Solothurn sind 2015 im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Einbruchdiebstähle verübt worden. Die Zahl der von der Polizei erfassten Straftaten blieb jedoch auf dem Vorjahresniveau: Ins Gewicht fiel ein grosser Fall von Wirtschaftskriminalität.

Bei der Einbruchskriminalität habe die Schwerpunktsetzung der Polizei Wirkung gezeigt, teilte das Solothurner Kantonspolizei am Mittwoch mit. Die Zahl der Einbruchdiebstähle ging um 18 Prozent auf 1482 Fälle zurück.

Dies sei im Verhältnis zur Einwohnerzahl seit 1991 der tiefste Wert. Wie sich die Einbruchzahlen in der Zukunft entwickeln werden, ist gemäss Kantonspolizei schwierig vorauszusagen. Rund 13 Prozent der Einbrüche werden aufgeklärt.

Die Zahl der Straftaten gemäss Strafgesetzbuch sank um 2 Prozent auf 16'321 Fälle. 

Verteilung der Straftaten nach Gesetzen

Biberist und «Bibertravel»

Mit ein Grund für die stagnierende Gesamtzahl der Verstösse waren die betrügerischen Praktiken des Biberister Reiseanbieters «Bibertravel», die mit 812 Straftaten (bei 406 Geschädigten) in die Kriminalstatistik 2015 eingeflossen sind.

Dies ist denn auch der einzige Grund, weshalb Biberist gemessen an seiner Einwohnerzahl im letzten Jahr die meisten Straftaten im Kanton Solothurn zu verzeichnen hatte. Die Wasserämter Gemeinde kam auf stolze 154,7 Straftaten pro 1000 Einwohner. Der kantonale Durchschnitt beträg 60,7 Straftaten.

Abgesehen von dieser wohl einmaligen Spitzenposition von Biberist geben die Häufigkeitszahlen einen Einblick in Trends und die unterschiedlichen Belastungen von Gemeinden und Bezirken. Urs Bartenschlager, Chef der Kriminalabteilung, unterstrich an einer Medienkonferenz vom Mittwoch insbesondere die «markant rückläufige» Entwicklung im Schwarzbubenland. Mit einem Minus von 26 Prozent war der Rückgang im Bezirk Dorneck der höchste aller zehn Bezirke. Im Thierstein lag die Zahl der Straftaten um 13 Prozent tiefer als im Vorjahr, leicht höher war der Rückgang nur noch im Gäu (minus 17 Prozent).

Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohner im Kanton Solothurn

Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohner im Kanton Solothurn

Kaum Veränderungen gibt es seit Jahren in der Stadt Solothurn, die mit 143,1 Straftaten auf 1000 Einwohner auch 2015 einen Spitzenwert erzielte (Olten kam «nur» auf 117,6). Diese Zahlen erklären sich mit der Zentrumsfunktion der Stadt Solothurn, so Bartenschlager – und lassen nicht auf die kriminelle Energie der Einwohner schliessen. Bartenschlager sprach am Rande der Pressekonferenz konkret das «Ausgehverhalten» vieler Partygänger an.

Zudem komme es am Bahnhof immer wieder zu Diebstählen, und so manche Verwaltungsstelle sehe sich mit Sachbeschädigungen konfrontiert. Die hohen Zahlen in Härkingen führte Urs Bartenschlager vor allem auf das Autobahnkreuz zurück («entlang von Autobahnen kommt es generell zu mehr Straftaten»).

In Egerkingen sei der «Gäupark» ein neuralgischer Punkt, wo immer wieder Diebstähle zu verzeichnen sind. Vorsicht sei indes geboten bei der Interpretation hoher Häufigkeitszahlen in kleinen Gemeinden wie Gänsbrunnen oder Balm bei Günsberg: «Bereits einige wenige Einbrüche schlagen hier massiv zu Buche.»

Die Mehrheit der 2903 ermittelten Straftäter hat einen Schweizer Pass (54,8 Prozent). 30,6 Prozent der Beschuldigten zählen zur ständigen ausländischen Wohnbevölkerung, und weitere 14,6 Prozent sind Asylbewerber oder Ausländer ohne Wohnsitz in der Schweiz.

Drohung und Gewalt gegen Beamte

Die Delikte gegen Leib und Leben nahmen 2015 nach einem Rückgang im Vorjahr um vier Prozent auf 865 Straftaten zu. Wie im Vorjahr gab es ein vollendetes Tötungsdelikt und vier versuchte Tötungsdelikte.

Nach langjährigem Rückgang stiegen 2015 die Straftaten wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte erstmals wieder an. Die Geschädigten waren nicht einzig Polizisten; auch andere Behörden wie Sozialämter oder die SBB brachten Straftaten zur Anzeige.

Kriminalitätsstatistik der Kantonspolizei Solothurn

Der Beitrag von TeleM1 zur Kriminalitätsstatistik

Die Polizeipräsenz zeigt Wirkung: Wie auch im Aargau ist die Zahl der Einbrüche im Kanton Solothurn rückläufig.

Die Polizei registrierte auch mehr häusliche Gewalt. Die Zahl der Delikte stieg um 8 Prozent auf 832. Es zeige sich, dass häusliche Gewalt ein weit in alle Gesellschaftsschichten verbreitetes Phänomen darstelle, hält die Kantonspolizei fest.

Gewalttäter bleiben unter Beobachtung

Man nehme diese Fälle aufgrund der hohen Gefahr einer Eskalation solcher gewaltgeprägten Beziehungen sehr ernst. Sämtliche Fälle von häuslicher Gewalt würden systematisch und strukturiert auf ein mögliches Rückfallrisiko des Täters oder der Täterin analysiert. Wenn es notwendig sei, würden die Täter im Rahmen des kantonalen Bedrohungsmanagements im Auge behalten. (sda/esf)

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