Nicht mehr so viele Besucher wie 2017 konnte das Museum Altes Zeughaus MAZ 2018 begrüssen. Wo sind die Gründe? Der Jahresbericht 2018, der noch vor den Sommerferien dem Regierungsrat vorgelegt worden ist, gibt Antworten.

Im Bericht wird festgehalten, dass der Museumsrat des MAZ nach seiner Überführung in eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt neue Konzepte der verschiedenen Bereiche wie Sammlung, Ausstellung, Vermittlung, Finanzen, Marketing/Kommunikation, Veranstaltungen Dritter sowie Museumsshop/Cafeteria geschaffen hat, welche nun zur Anwendung kommen.

Museum setzt vermehrt auf Sonderausstellungen

Die grosse Sonderausstellung 2018 zur Schweiz im Ersten Weltkrieg «14/18 – Die Schweiz und der Grosse Krieg» hatte eine breite, überregionale Resonanz gefunden, heisst es. Künftig sollen jährliche Sonderausstellungen Besucher auch ausserhalb der Region auf das MAZ aufmerksam machen und der lokalen Bevölkerung einen Anlass zu geben, das Museum immer wieder zu besuchen.

Besucherzahl ist leicht rückläufig

2018 konnten 12'337 Personen im MAZ begrüsst werden. Diese Zahl liegt unter denjenigen des Vorjahres «und auch unter den Erwartungen», wie es im Jahresbericht heisst. Der Rückgang sei vor allem in den Sommermonaten am deutlichsten gewesen, heisst es. «Ähnliches mussten andere, kontaktierte Institutionen hinnehmen, so dass angenommen wird, dass dieses Phänomen mit der grossen Hitzewelle in Zusammenhang steht. Da auch in den kommenden Jahren mit Wärmeperioden gerechnet werden muss, werden wir uns dazu etwas einfallen lassen müssen, um künftig eine Sommerdelle zu vermeiden».

111 Gruppen, davon 27 Schulklassen wurden durch das Museum geführt. Auch 83 externe Gruppen besuchten das Haus, dazu 29 Schulklassen, die ohne Führung zu Gast waren. Acht Kinder feierten im Haus ihren Geburtstag mit ihren Freunden. 31 Apéros, sowie diverse Empfänge wurden durchgeführt. Die Rückmeldungen der Besucher waren durchweg positiv.

Mit der Wahl von Claudia Moritzi Mitte 2018 als alleinige Museumsleiterin sei eine klare Situation geschaffen, welche nach Ansicht des Museumsrates wesentliche Vorteile gegenüber der früheren Co-Leitung aufweist. Seit Mai 2018 wurde auch die Stelle eines Museumstechnikers neu mit Simon Andy Voegelin besetzt. Ab Juli 2018 wurde Franziska Weber neben der Leitung der Administration auch noch die Leitung des Rechnungswesens und des Besucherdienstes übertragen. Ab Februar 2019 wurde Martin Minder als Leiter Vermittlung angestellt. Noch nicht abschliessend festgelegt wurde, wie die Bereiche Marketing/Kommunikation und Controlling kostengünstig abgedeckt werden können. Fallweise sollen vorerst ad-hoc-Mandate vergeben werden.

Gemäss Leistungsvereinbarung mit dem Kanton kann das MAZ einen Personalbestand von 720 Stellenprozenten aufweisen. Im Berichtsjahr wurde (ohne Vermittelnde) ein Vollzeitäquivalent von 653 Prozent erreicht. Leider sei es aufgrund der personellen Situation bisher nicht gelungen, den geplanten Museumsführer zu realisieren.

Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem positiven Ergebnis ab. Sie weist einen Jahresgewinn von 76'000 Franken aus. Im vorangegangenen Jahr waren es 141'000 Franken.

Rücklagen für Unvorhergesehenes

Dieses positive Ergebnis ermöglicht dem Museumsrat, Reserven in moderatem Umfang zu äufnen. Diese seien für die selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt, die über keine Liquidität und kein Aktienkapital verfüge, enorm wichtig, weil sie der Institution Flexibilität verschaffen, heisst es. So müssten bei allfälligen Rückschlägen oder ausserordentlichen Ereignissen keine zusätzlichen Finanzierungsanträge an den Kanton gerichtet werden. Zudem würde es so möglich, grössere Anschaffungen und ausserordentliche Aufwendungen ganz oder teilweise über diese Rückstellungen abzudecken.

Den grössten Kostenanteil, nämlich 731'000 Franken, weist der Personalbereich auf. Der grösste Ertrag stammt mit 1,82 Mio. Franken vom Kanton Solothurn, gestützt auf die bestehende Leistungsvereinbarung. Weitere Erträge stammen aus Eintritten (30'900 Franken), von Events und Anlässen (30'500 Franken) und von Verkäufen im Museumsshop, der Cafeteria und anderem (7383 Franken).

Das Museum national besser positionieren

Der Präsident des Museumsrates, Hanspeter Rentsch, hält im Geschäftsbericht fest: «Mit den erarbeiteten Konzepten der verschiedenen Bereiche und der neuen Organisation wurden im Berichtsjahr klare Zeichen gesetzt und die Voraussetzungen geschaffen, das MAZ zu stärken und noch besser national zu positionieren.» Die Verantwortlichen seien überdies stolz, dass trotz hohem Leistungsniveau und guter Qualität der Angebote ein positives Jahresergebnis erarbeitet und in moderatem Umfang Reserven geäufnet werden konnten, die auch Rückschläge und ausserordentliche Ausgaben abfedern könnten.

Auch Museumsleiterin, Claudia Moritzi, blickt zufrieden zurück: «2018 war ein intensives Jahr – die organisatorischen Veränderungen und die Ausarbeitung der Konzepte haben das Team gefordert. Ich bin sehr zufrieden, wie die grosse Arbeit gemeinsam gemeistert werden konnte.»