Solidarität

Welle der Hilfsbereitschaft: So unterstützen Sie selber die Flüchtlinge

Die Möglichkeiten zur Hilfe sind auch in der Region vielfältig. Im Bild: Ein Helfer übergibt einem Flüchtlingsjungen im Münchner Hauptbahnhof einen Teddybären.

Die Möglichkeiten zur Hilfe sind auch in der Region vielfältig. Im Bild: Ein Helfer übergibt einem Flüchtlingsjungen im Münchner Hauptbahnhof einen Teddybären.

Bischof Felix Gmür nimmt Flüchtlinge auf. Doch auch die Bevölkerung ist mehr und mehr solidarisch - das spüren die Hilfsorganisationen in der Region. Wer helfen will, kann viel tun – sollte aber auch einiges beachten.

Je mehr Menschen nach Europa flüchten, desto mehr Bürger wollen ihnen offenbar hier helfen: Es geht nicht mehr nur um Zahlen. Es geht um Flüchtlinge, die Schutz suchen. Die erschütternden Bilder aus aller Welt beschäftigen auch in der Region. So bestätigt etwa die Caritas Solothurn: Derzeit erhält ihre Geschäftsstelle mehr Anfragen als üblich. «Die Anrufer wollen wissen, was sie für Flüchtlinge tun können», sagt Geschäftsführerin Regula Kuhn.

Abseits von Argwohn, Misstrauen und den Diskussionen um neue Asylzentren entwickelt sich eine Welle der Hilfsbereitschaft. Das spürt auch das kantonale Amt für soziale Sicherheit, wie die Leiterin Claudia Hänzi erklärt. «Bürgerinnen und Bürger bekunden Solidarität gegenüber Flüchtlingen.» Der Kanton kümmert sich um die Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden. «Ein grosses Potenzial» sieht Hänzi dabei gerade in der Freiwilligenarbeit. Und dieses Potenzial scheint noch nicht ausgeschöpft.

Geld und Kleider spenden, Familien betreuen oder gemeinsam kochen. Wer Flüchtlingen helfen will, kann das auch in der Region auf unterschiedliche Weise tun. Manche Projekte gibt es schon länger, sie rücken nun ins Licht der Öffentlichkeit. Andere Initiativen sind aus der Not heraus entstanden. Eine kleine, freilich nicht repräsentative Auswahl:

Jedes Engagement hilft – das betonten alle Hilfswerke. Gefragt sind Zeit und Platz. Vor allem aber auch Geld. Denn damit lässt sich derzeit wohl am meisten bewegen. Die Organisationen können die Spenden dort einsetzen, wo sie am ehesten benötigt werden. Zum Beispiel entlang den Fluchtwegen auf dem Balkan: Die Caritas unterstützt Flüchtlingsprojekte in Serbien. Helfer verteilen Decken, Hygieneartikel und Medikamente vor Ort.

Derweil arbeiten die Mitarbeiter des evangelischen Heks unter anderem in Flüchtlingscamps im Nordirak.

Auch Kleiderspenden sind gefragt. Besonders bei Menschen, die bereits länger in der Schweiz sind. Allerdings sollte man die Kleider nicht direkt zur nächsten Asylunterkunft bringen, sondern den Bedarf bei der zuständigen Behörde einer Gemeinde abklären. Letztlich entscheiden natürlich die Flüchtlinge selbst, was sie tragen wollen – und nicht die Helfer. Schwieriger ist die Situation bei Lebensmitteln oder Spielzeug. «Die Verteilung dieser Spenden ist aufwendig», sagt Caritas-Geschäftsführerin Regula Kuhn. Der Oltner Caritas-Markt, in dem viele Asylsuchende einkaufen, nimmt gelegentlich Selbstgemachtes wie Konfitüre entgegen.

Niemand weiss so gut, woran es fehlt, wie die Flüchtlinge selbst. Deshalb empfiehlt Regula Kuhn: «Einfach mal auf Asylsuchende zugehen. Das geht ungezwungen und ohne grossen Aufwand.» Nicht selten wachse so Verständnis aus Ängsten.

Und natürlich helfen die Gespräche beim Deutschlernen. Häufig freuen sich die Flüchtlinge auch über eine Begleitung bei Behördengängen oder Einkäufen. Entsprechende Kontakte vermitteln die Hilfsorganisationen. Wer eine Asylunterkunft besuchen will, sollte sich an die lokalen Behörden wenden.

Das Heks pachtet Stadtgärten und bewirtet diese mit Flüchtlingsfrauen. Sie können Gemüse, Beeren und Kräuter anbauen. Unterstützt werden sie von freiwilligen Helfern. Dabei erhalten sie Kenntnisse über den Anbau, lernen Deutsch und kommen in Kontakt mit Gartennachbarn.

Regula Kamer leitet das Projekt auf der Rossallmend in Solothurn. «Die Teilnehmerinnen sind erst seit kurzem in der Schweiz und haben noch kein soziales Netz», sagt sie. Für die «Neuen Gärten» sucht das Heks immer wieder Freiwillige.

Manche sind sogar bereit Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen. Allerdings ist das bislang erst in vier Kantonen möglich. Anderswo verhandelt die Schweizerische Flüchtlingshilfe derzeit mit den Behörden – jedoch nicht im Kanton Solothurn. Das Amt für soziale Sicherheit zeigt sich aber offen für Anfragen.

Meistgesehen

Artboard 1