Kandidatenkür

Welcher FDPler begleitet Remo Ankli zur Regierungsratswahl?

Peter Hodel und Roger Siegenthaler werden als Kandidaten neben Regierungsrat Remo Ankli gehandelt.

Peter Hodel und Roger Siegenthaler werden als Kandidaten neben Regierungsrat Remo Ankli gehandelt.

Remo Ankli kandidiert noch einmal. Doch mit welchem zweiten Kandidaten tritt die FDP zu den Regierungsratswahlen an? Neben Peter Hodel wird vor allem Roger Siegenthaler gehandelt.

Der Solothurner Freisinn aspiriert auf einen zweiten Sitz im Regierungsrat. So viel ist klar. Der vor vier Jahren verlorene Sitz soll zurück in den Schoss der Liberalen. Doch wer holt die Kastanien aus dem Feuer? Als sicher gilt die neuerliche Kandidatur des Schwarzbuben Remo Ankli, der als Bildungs- und Kulturdirektor amtet. Aber wer begleitet ihn in die Wahl?

Selbst die Nachfrage bei Parteiinsidern ergibt nicht viele Ansatzpunkte. Klar ist derzeit nur: Der Schönenwerder Gemeindepräsident Peter Hodel, seines Zeichens Chef der Kantonsratsfraktion, hat Regierungsgelüste. Nicht zum ersten Mal.

Doch erstmals darf er sich reelle Chancen ausrechnen – mindestens für die Nomination durch die eigene Partei. Und dies ist ein entscheidender Punkt: Die Freisinnigen verloren ihren zweiten Sitz 2017, für den sie gleichsam ein historisches Abonnement hatten, nicht zuletzt wegen eines völlig missratenen Nominationsprozederes.

Die Parteihygiene ist ein wichtiger Faktor

Ketzerisch könnte man deshalb die Frage in den Raum stellen, ob es der FDP bei den Wahlen im März des kommenden Jahres eher darum gehen muss, Verlorenes zurückzuerobern – oder ob es für die Parteihygiene nicht noch entscheidender ist, unbeschadet zum Wahltag zu kommen. Und ohne Wunden in der Seele in die neue Amtsperiode zu gehen.

Über das Nominationsverfahren ist in der Öffentlichkeit denn auch wenig bis gar nichts bekannt. Nur dies: Am 20. Oktober nominieren die Delegierten der Partei im Solothurner Konzertsaal für den 7. März. Nominationen durch Orts- oder Amteiparteien gibt es zuvor nicht.

Parteipräsident Stefan Nünlist bestätigt, dass sich in der Partei der Ausschuss Personelles mit der Kandidatensuche befasst. «Er ist seit vielen Monaten am Thema dran und wird dem Parteivorstand eine Auswahl unterbreiten.» Dieser wird dann Hearings durchführen und eine Empfehlung abgeben.

Zuvor soll demnach eine öffentliche Debatte zum Schutz möglicher Kandidaten tunlichst vermieden werden, wie es scheint. Doch das verhindert Diskussionen über solche selbstredend nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Bisher stehen zwei Männer im Vordergrund

Neben dem erwähnten Hodel wird parteiintern vor allem der Name des Lüterkofer-Ichertswiler Gemeindepräsidenten Roger Siegenthaler herumgeboten. Er wäre einer Kandidatur offensichtlich nicht abgeneigt, wie verschiedene Quellen bestätigen. Ins Feld geführt wird dabei vor allem die Tatsache, dass Siegenthaler als Präsident des Verbands Solothurner Einwohnergemeinden neben Fraktionschef Hodel eine der wenigen freisinnigen Papabili ist, die im ganzen Kanton bekannt sind. Zudem ist es ein offenes Geheimnis, dass es Siegenthaler eher in die Exekutive als in die Legislative drängt.

Und was ist mit einer Frauenkandidatur? Dazu ist bei der FDP wenig bis gar nichts zu hören. Eine Zweierauswahl Hodel/Siegenthaler erscheint zum heutigen Zeitpunkt denn auch als wahrscheinlicher denn ein gemischtes Doppel. Es sei denn, die Freisinnigen landeten am Ende einen Überraschungscoup mit jemandem, den niemand auf der Rechnung hatte. Die Chancen, das schmerzhaft Verlorene zurückzuholen, wären mit Blick auf die bis dato bekannte Konkurrenz wohl mindestens so intakt.

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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