Kilmawandel

Welche Folgen hat die Klimaerwärmung für den Kanton Solothurn?

Auch im Kanton Solothurn wird es immer wärmer und trockener. (Symbolbild)

Auch im Kanton Solothurn wird es immer wärmer und trockener. (Symbolbild)

Bis zum Jahr 2060 werden die Temperaturen in der Region um bis zu 3,5 Grad Celsius ansteigen. Doch welche Folgen zieht die Klimaerwärmung nach sich? Der Regierungsrat äussert sich zu den Gewinnern und Verlieren des Klimawandels im Kanton Solothurn.

«Der Klimawandel wird zu einer Veränderung der heutigen klimabedingten Risiken und Chancen führen.» Dies, auf die knappste Formel gebracht, der Befund des Solothurner Regierungsrates in der Antwort auf eine Interpellation von Daniel Urech (Grüne, Dornach), der sich nach den Konsequenzen des Klimawandels für den Kanton Solothurn erkundigt hat.

Es werde einige «Gewinner» und eine grössere Anzahl von «Verlierern» geben, konstatiert der Regierungsrat, der sich an die Klimaszenarien hält, welche Meteo Schweiz 2013 veröffentlicht hat. Diese gehen davon aus, dass die Änderungen für Mittelland und Jura bis zum Jahr 2060 nahezu gleich ausfallen dürften.

Für den Jura rechnet die Studie im Jahresmittel mit 1,1 bis 3,5 Grad höheren Temperaturen, fürs Mittelland mit einem Temperaturanstieg um 1,1 bis 3,4 Grad Celsius. Dabei könnte die Erwärmung im Sommer etwas stärker ausfallen als im Winter.

Als «Gewinner» sieht die Regierung die Privathaushalte, die mit sinkenden Energiekosten (Gesamtbilanz Heizen/Kühlen) rechnen dürfen. «Verlierer» wären demgegenüber die Landwirtschaft und Menschen, welche hohe Temperaturen schlecht ertragen – ältere Menschen, Pflegebedürftige.

«Die Modelle zeigen, wie der Regierungsrat einräumt, in Bezug auf die Veränderungen bei der Niederschlagsmenge unsichere Resultate. Nur im Sommer, so der Regierungsrat, sei aus heutiger Sicht mit einer Abnahme zu rechnen, die sich zwischen 9 und 15 Prozent im Jura und zwischen 10 und 15 Prozent im Mittelland geschätzt wird. Die Folgen: häufigere Stresssituation für Wasserorganismen im Sommer, vermehrter Wasserbedarf für die landwirtschaftliche Bewässerung und häufigeres Austrocknen von Quellen.

«Mit einer vorausschauenden Planung», verspricht der Regierungsrat, wolle er die Chancen nutzen und die Risiken minimieren. «Wir sind uns aber auch bewusst», fügt die Kantonsregierung bei, «dass es Chancen und Risiken gibt, die voraussichtlich eintreten werden, ohne dass Massnahmen ergriffen werden können.»

Da es keine entsprechende solothurnische Untersuchung gibt, stützt sich der Regierungsrat beim Abschätzen der konkreten Folgen der erwarteten Klimaveränderungen auf eine Studie, die unter Federführung des Bundesamts für Umwelt (Bafu) für den Kanton Aargau erarbeitet wurde.

Bei einem starken Temperaturanstieg von über 3 Grad sagt diese unter anderem «gravierende gesundheitliche Belastungen der Bevölkerung» und im Bereich der Biodiversität «problematische Entwicklungen durch eine Veränderung der Ökosysteme» voraus.

Wegen der langfristigen Perspektive schreibt der Regierungsrat, sei es wichtig, Änderungen des Klimas bereits bei aktuellen Entscheidungen mitzuberücksichtigen. In diesem Zusammenhang weist er auf die Hochwasserschutzmassnahmen an der Aare und an der Emme hin.

Die Folgen des Klimawandels würden auch in der vom Regierungsrat letzte Woche verabschiedeten Gefahren- und Risikoanalyse des Amtes für Militär und Bevölkerungsschutz berücksichtigt. Auf Kantonsebene werde zudem das neue Energiekonzept eine zentrale Rolle spielen.

Die Erarbeitung wie die Umsetzung von Massnahmen soll, wie die Regierung ausführt, innerhalb der bestehenden Organisationsstrukturen erfolgen. «Es soll keine zusätzliche Organisationseinheit ‹Klimawandel› geben.» Für die Koordination innerhalb der Verwaltung ist das Amt für Umwelt (AFU) zuständig.

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