Atomkraft
Weisser Dampf aus dem KKW Gösgen: «Seit 4 Uhr 55 gibts wieder Strom»

Seit Dienstag früh ist das Kernkraftwerk mit seinem neuen Generator am Netz. Derzeit fährt es auf etwas mehr als der Hälfte der maximalen Leistung. Das Werk wird langsam hochgefahren, bis es Anfang August die volle Leistung erreicht haben wird.

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Dienstagmorgen, 23. Juli: Weisser Dampf steigt auf …

Dienstagmorgen, 23. Juli: Weisser Dampf steigt auf …

cva

Kein weisser Rauch zwar wie im Vatikan, aber weisser Dampf zeigte am Dienstagmorgen der Region die News aus dem KKW in Däniken an: «Habemus Strom.» Kurz nach Mittag dann die offizielle Bestätigung an die Medien: «Am 23. Juli 2013 um 4.55 Uhr hat das Kernkraftwerk Gösgen die Stromproduktion wieder aufgenommen.»

Gestern Mittag erreichte das KKG laut Mitteilung eine Leistung von 600 Megawatt (MW). Die volle Leistung sollte neu 1065 MW erreichen. Vor dem Einbau des neuen Generators hatte sie 1035 MW betragen.

Die Dampfwolke über dem Kühlturm war gestern noch vergleichsweise schütter und erreichte nicht die gewohnte Mächtigkeit. KKG-Sprecher Bruno Elmiger gab sich denn auch betont vorsichtig: «Es ist nicht gleich wie nach einer normalen Revision. Immerhin haben wir einen neuen Generator und neue Turbinen.» Das Werk werde deshalb erst langsam und stufenweise über mehrere Tage hochgefahren.

Laut der Medienmitteilung waren der Zusammenbau des Generators und letzte Anpassungsarbeiten schneller als erwartet erfolgt, nachdem am 12. Juli die Ursache der zu hohen Schwingungen am neuen Rotor und deren Behebung gemeldet werden konnte. «Der positive Verlauf der Arbeiten erlaubte es, den ursprünglich geplanten Termin für die Wiederinbetriebnahme der Anlage vorzuverschieben», so das KKG.

Seit der Synchronisation des neuen Generators mit dem Netz gestern Dienstag um 4.55 Uhr wird die Kraftwerksleistung erhöht. Bei mehreren Haltepunkten wird das Kraftwerk für einige Zeit mit gleichbleibender Leistung betrieben, um Messungen und Versuche am neuen Generator zu ermöglichen.

In den nächsten Tagen wird die Anlage langsam und schonend weiter hochgefahren. «Voraussichtlich Anfang August wird die volle Leistung erreicht werden», kündigt das KKG an. Wie mit dem Lieferanten Siemens vertraglich vereinbart, gilt der Betrieb des neuen Generators auch nach Erreichen von Volllast noch für mehrere Wochen als Probebetrieb.

Das KKW Gösgen war am 4. Mai für die Jahresrevision abgeschaltet worden. Wegen der umfangreichen Erneuerung der Turbogeneratorgruppe – eine Investition von 180 Mio. Franken – sollte sie zwei Monate und damit doppelt so lange als sonst dauern. Am 2. Juli nahm das Werk den Betrieb wieder auf, musste ihn aber wegen der zu hohen Rotorschwingungen gleichentags wieder einstellen. Insgesamt hat der Betriebsunterbruch somit 80 Tage gedauert. (cva)