Weissenstein
Spatenstich für den Flowtrail auf dem Weissenstein: Die Strecke soll von allen befahren werden können

Nach sechs Jahren Hin und Her ist es endlich so weit: Der Baustart für den Flowtrail auf dem Weissenstein ist erfolgt. Die Trailbauer haben ihre Arbeit aufgenommen und machen die Bikestrecke möglichst familientauglich und naturnah.

Anja Neuenschwander
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Umweltbaubegleiter Martin Huber, Geschäftsführer Konrad Stuber, und VR-Präsident Urs Allemann (v. l.) beim Spatenstich. Dahinter Ramon Hunziker mit seinem Team von Flying Metal.

Umweltbaubegleiter Martin Huber, Geschäftsführer Konrad Stuber, und VR-Präsident Urs Allemann (v. l.) beim Spatenstich. Dahinter Ramon Hunziker mit seinem Team von Flying Metal.

José R. Martinez

Gleich unterhalb der Seilbahnstation auf dem Nesselboden sind die Trailbauer des Unternehmens «Flying Metal» am Werk. Die fünf Kilometer lange Strecke bauen sie in zwei Etappen: Vorerst starten sie in der Mitte des Trails und arbeiten sich nach unten Richtung Talstation. So ist das Risiko geringer, im Winter eingeschneit zu werden. «Bei einem schwachen Winter könnten wir wohl durchziehen», meint Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahnen Weissenstein AG. Ansonsten würden sie eine Winterpause einlegen und im Frühling weiterfahren.

«Unser grobes Ziel ist es, den Trail vor den Sommerferien eröffnen zu können»,
Geschäftsführer Konrad Stuber.

Geschäftsführer Konrad Stuber.

José R. Martinez

sagt Stuber. In einem Tag schafft ein Zweimannteam etwa 50 Meter der Strecke. Momentan sind zwei Teams im Einsatz – die Trailbauer kommen ihrem Ziel also täglich etwa 100 Meter näher.

Sicher den ganzen November hindurch werden sie jeweils in Zweierteams auf der drei Kilometer langen Teilstrecke arbeiten. Am Weissenstein sei besonders der steinige Untergrund eine Herausforderung, erklärt Trailbauer Simon Imobersteg. «Wir machen die steilen Bitze befahrbar, sodass jeder runterkommt», sagt er. Die Strecke soll von allen befahren werden können – vom Anfänger bis zum Profi. Dazu meint Stuber:

«Der Flowtrail soll eine familientaugliche Strecke werden – also nichts Halsbrecherisches.»

Martin Huber kümmert sich um die Umweltbaubegleitung: Ein paar Meter neben dem Trail stecken einige Tensiometer im Boden. Sie zeigen an, wie feucht der Boden ist und verraten so etwas über seine Beschaffenheit. So soll eine zu grosse Bodenverdichtung vermieden werden, erklärt Huber.

Von der Bauführung wurde zudem anstelle eines exakt bestimmten Trails ein 10 Meter breiter «Korridor» vorgegeben. Innerhalb davon haben die Trailbauer Spielraum beim Bau der Strecke: «So können wir mehr auf die Natur schauen und müssen beispielsweise grosse Bäume nicht umsägen», sagt Ramon Hunziker, Geschäftsführer von «Flying Metal» und Trailbauer.

Tensiometer messen die Bodenfeuchtigkeit und die Saugspannung des Untergrunds.
5 Bilder
Neben dem Trail befindet sich eine Wildruhezone. Dort darf nicht gebaut werden.
Die Trailbauer vom Unternehmen «Flying Metal» haben ihre Verpflegung selbst mitgebracht. Im Bild: Moritz Flückiger
Mithilfe von Bagger, Schaufeln und Vibrationsplatte entsteht der Flowtrail.
Eine Bikestrecke mit Aussicht.

Tensiometer messen die Bodenfeuchtigkeit und die Saugspannung des Untergrunds.

José R. Martinez

Flowtrail ist angenehmer für Wildtiere

Auf der Strecke hat das Trailbauteam ein Bike dabei, damit sie die frisch gebauten Abschnitte gleich austesten können. Je nach Geschwindigkeit und Beschaffenheit des Bodens können sie so die Strecke anpassen. «Wir planen viele Steilwandkurven, einige Sprünge und Wellen», sagt Hunziker. Gearbeitet wird ausschliesslich mit den Materialien vor Ort.

Rein für den Bau würden sich die Kosten auf etwa 300'000 Franken belaufen, sagt Stuber. Die jahrelangen Planungsprozesse hätten aber noch zusätzliche Kosten verursacht. «Wir hatten eine lange Phase der Vorfreude», beschreibt Stuber den langwierigen Bewilligungsprozess.

«Ich habe insgeheim schon gedacht, das wird nichts mehr.»

Nun hat es doch geklappt. Im Kanton seien die Möglichkeiten für Biker eher spärlich, meint Stuber. Daher würden einige Biker auf inoffiziellen Wegen vom Weissenstein ins Tal fahren – sogenanntes Wildbiken. Diese will man mit dem Flowtrail stoppen und so den «Waldverkehr» auf einer Achse bündeln. Dies sei auch besser für die Wildtiere, sagt Stuber. Das neue Projekt werde viel Arbeit und Organisation erfordern. Beispielsweise müsse man sich überlegen, an Spitzentagen das Personal an den Stationen aufzustocken. «Mit den Bikern wird es wohl mehr Frequenz geben – die freuen sich nämlich schon auf den Trail», sagt er.

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