Noch vor kurzem haben sie sich öffentlich die Leviten gelesen. Doch jetzt haben sich alle Weissenstein-Akteure an einem Tisch gefunden. Am Montag haben sie den Verein «Tourismus Solothurner Jura» gegründet. Künftig wollen sie mit einer Stimme sprechen und die Interessen am Solothurner Hausberg gemeinsam koordinieren.

Für Tourismusdirektor Jürgen Hofer, selbst Gründungsmitglied, ist dies ein gutes Signal: «Die Leute in der Region haben nicht verstanden, warum am Berg nicht alle am gleichen Strick ziehen.»

Doch wo liegt der gemeinsame Nenner der Beteiligten? «Es ist sicher ein erster Schritt, dass man alle Akteure am Berg an Bord hat.» Hofer will nun die «einfachen, konkreten Aktivitäten zügig an die Hand nehmen.» Dazu gehöre, «die bestehende und neue Infrastruktur gemeinsam zu unterhalten und weiterzuentwickeln.» Ganz oben auf der Traktandenliste stehen die Winteraktivitäten, etwa die Langlaufloipe, die im vergangenen Winter bereits kurz in Betrieb war. Nächstens sollen Übersichtspläne für den Winter und den Sommer gedruckt werden. Werbeaktivitäten könnten zum Thema werden.

Sechs Akteure arbeiten mit

Ein fixes Budget oder gar festgelegte Beiträge der Akteure kennt der Verein (noch) nicht. Hofer glaubt aber, dass es dank der Vereinsstruktur leichter fallen wird, an Gelder zu kommen, etwa beim Sportfonds oder bei Stiftungen.

Dem Verein gehören als Gründungsmitglieder die Seilbahn, die Berggasthöfe Sennhaus und Hinter Weissenstein, die neuen Kurhaus-Besitzer sowie Region Solothurn Tourismus und der Verein Pro Weissenstein an.

Vielleicht bald mit Balmberg

Vorerst wird der Verein auf den Solothurner Hausberg beschränkt sein. Mittelfristig soll sich die Gruppe aber öffnen: Hofer strebt eine Zusammenarbeit mit den Touristik-Anbietern auf den Grenchenbergen und dem Balmberg an. Bevor es so weit ist, werden aber noch etwas kleinere Brötchen gebacken. «Wir haben genug Hausaufgaben», sagt Hofer. Er weiss: «Am Ende gilt nur der Tatbeweis.» Präsident des Vereins ist alt Regierungsrat Walter Straumann, der das Weissenstein-Dossier bereits in seiner Zeit als Baudirektor betreute. «Eine integrierende Persönlichkeit ist nötig», erklärt Hofer. Straumann geniesse allseits breite Akzeptanz. «Er kennt die Player und auch die Probleme am Berg.»