Im Rebberg

Weintrinker können sich freuen: Dieser Jahrgang wird spitze

Zu Besuch beim Leset auf der Domaine de Soleure der Bürgergemeinde Solothurn in Le Landeron. «Dieser Jahrgang wird ausserordentlich gut», sagt Winzer Christioh Kaser. Nur die leidige Kirschessigfliege vermag seine Freude etwas zu mindern.

Winzer Christoph Kaser ist im Stress. Soeben läuft die Traubenlese an den Rebhängen der Solothurner Bürgergemeinde in Le Landeron, und er hat alle Hände voll zu tun. Dazwischen hat er nur ein paar Minuten, um sich den Fragen zu stellen.

«Ja, dieser Jahrgang wird ausserordentlich gut werden», freut er sich. Dies trotz des schlechten Sommers, aber dank des tollen Herbsts. «Es hat genau im richtigen Moment für die Trauben aufgehört mit der Kälte und dem Regen.»

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als ein Hagelschlag den Reben arg zusetzte, kann nun also für 2014 mit reicher Ernte gerechnet werden. «Am Schluss werden es zwischen 90 und 100 Tonnen Trauben sein», glaubt Kaser. Guter Durchschnitt für die 12 Hektaren Anbaufläche.

Am vergangenen Donnerstag, den 2. Oktober, hat die Lese begonnen. «20 Leute arbeiten dafür mit, 16 davon stammen aus Polen», sagt Kaser und erwähnt zusätzlich, dass die meisten dieser Leute schon seit vielen Jahren in den Solothurner Rebbergen mitarbeiten. «Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Schichten. Für manche ist die Traubenlese in der Schweiz eine nötige Einkommensquelle, für andere einfach ein willkommener Zustupf.»

Rund 1000 Franken, so schätzt Kaser, werden die Erntehelfer jeweils in den acht Tagen verdienen können. Die Traubenernte ist in diesem Jahr nicht so rasch absolviert wie in anderen Jahren, erwähnt Kaser noch.

Grund dafür ist die Drosophila suzukii, die japanische Kirschessigfliege, die dieses Jahr besonders die blauen Traubensorten heimsucht. Jeder Traubenzottel muss sehr gut nach Befall untersucht werden. Befallene Traubenbeeren dürfen nicht in die Presse gelangen, denn sie schmecken nach Essig, dem Feind aller Winzer.

Kaser hat festgestellt, dass die Fliege sich bei den verschiedenen Rebsorten unterschiedlich ausbreitet. «Die Fliege reagiert wahrscheinlich auch auf bestimmte Aromen. Auch die Dichte der Traubenbeeren spielt eine Rolle. Wir stehen noch am Anfang mit unseren Erkenntnissen, aber das Problem muss unbedingt gelöst werden, sonst haben wir im nächsten Jahr eine Katastrophe.» Dadurch, dass in diesem Jahr die Ernte ertragsmässig sehr gut ausfällt, gibt es durch den Fliegenbefall keine Abstriche.

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