Verweigerung

Weil René Zäch diese Einladung nicht gefiel, gab er dem Kanton eine Abfuhr

Vorder- und Rückseite der Einladung

Vorder- und Rückseite der Einladung

René Zäch hätte gestern Abend den Kunstpreis samt 20'000 Franken entgegen nehmen dürfen. Als Grund für die Absage gab er in einem Brief die «lausige und dilettantische» Einladungskarte an. Zu Recht?

«Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass ich nicht an der Übergabefeier teilnehmen werde», hatte der Installationskünstler das Amt für Kultur vor der Verleihung brieflich wissen lassen. Trotz guten Zuredens erschien er am Montagabend nicht im Parktheater. Immerhin verzichtete er auch auf das Preisgeld von 20000 Franken.

Künstler, die aus politischen Gründen mit der öffentlichen Hand auf Kriegsfuss leben, verweigern dann und wann mit mehr oder weniger sachlichen Argumenten, die Annahme eines Preises. Rene Zäch - in Biel lebender und derzeit in London arbeitender Kunstschaffender mit Solothurner Wurzeln - machte einen weit trivialeren Grund geltend: Die Einladungskarte zur Feier.

Die Einladung mit vier Seiten zusammengeschnitten zu einem Bild

Die Einladung mit vier Seiten zusammengeschnitten zu einem Bild

«Ein derart lausiges, dilettantisches Produkt habe ich seit Jahren nicht mehr in den Händen gehabt», schrieb er in einem uns vorliegenden Brief an offensichtlich Dutzende von «Freunden und Bekannten» aus der Kunst- und Künstlerszene sowie an das Kantonale Amt für Kultur und Sport.

«Verärgert, enttäuscht, beleidigt»

«Ich bin verärgert, enttäuscht und beleidigt!», tut Zäch seinem Unmut überdeutlich kund. Dass es die kantonale Administration nicht geschafft habe, «eine diesem Anlass angemessene Drucksache herauszugeben und zudem bei der Gestaltung offenbar keine Sekunde an den Preisträger und dessen Arbeit denkt, ist höchst bedauerlich und zeugt von Oberflächlichkeit und Desinteresse», wettert Zäch weiter. Und: «Nach 40 Jahren professioneller Tätigkeit, als visueller Künstler notabene, muss ich mir so etwas nicht gefallen lassen.» (ums)

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