Rotlich-Milieu
Weil Cabarets nicht mehr rentieren, florieren nun Kontaktbars

Das Solothurner Rotlicht-Milieu dürfte 2016 stärker unter Druck geraten: Bordelle brauchen neu eine Betriebsbewilligung. Wird es nun vermehrt Kontaktbars geben?

Drucken
Teilen
Werden Cabarets bald nicht mehr rentieren? (Symbolbild)

Werden Cabarets bald nicht mehr rentieren? (Symbolbild)

Keystone

Das Solothurner Rotlicht-Milieu dürfte 2016 stärker unter Druck geraten: Bordelle brauchen neu eine Betriebsbewilligung.

Und Cabarets dürfen nicht mehr Frauen aus Drittstaaten wie Russland, Thailand, Brasilien oder der Dominikanischen Republik engagieren.

Auf Jahresbeginn hat der Bundesrat das sogenannte Cabaret-Statut aufgehoben. Dieses war 1995 geschaffen worden, um Tänzerinnen vor Ausbeutung zu schützen.

Frauen ausserhalb der EU durften früher pro Jahr während acht Monaten in Cabarets tätig sein. Prostitution war ihnen aber verboten. Nun dürfen nur noch Frauen aus EU- und Efta-Staaten legal in Stripklubs tanzen.

«Die Hälfte der Cabarets wird zugehen», sagt Max Hufschmid, Kantonalpräsident des Verbands Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken (Asco).

Es sei schwieriger, Frauen aus EU-Ländern zu engagieren. Und: «Für den Gast sind Cabarets weniger attraktiv, wenn die Herkunft der Artistinnen nicht mehr so bunt ist.»

Hufschmid rechnet damit, dass es künftig pro Stadt höchstens noch ein oder zwei Lokale geben wird. In der Region Solothurn hätten schon viele Cabarets umgestellt und seien nun Kontakt-Bars geworden.

Und diese funktionieren nach einem anderen System: In Cabarets erhalten Frauen Löhne, in Kontakt-Bars bezahlen sie den Betreiber, um dort anschaffen zu dürfen.

Hufschmid bedauert diese Entwicklung: «Das Cabaret war die einzige solche Institution, wo es Kontakt zu Frauen gab, ohne dass es direkt zu Sex gekommen ist.» Viele Gäste wollten einfach schauen und etwas trinken. (bas)

Aktuelle Nachrichten