Das Wetter der letzten Wochen hat im Storchendorf seinen Tribut gefordert. In Altreu sind mehrere junge Störche durch die Kälte gestorben. Storchenbetreuerin Renate Gugelmann hat sich am Dienstag vor Ort umgesehen. Ein totes Jungtier ist im Storchenzentrum auf einer Überwachungskamera zu sehen. Seine drei Geschwister haben überlebt. «Wir hoffen, dass sie weiterwachsen können.»

Die Kälte sei nicht einmal das Problem, sonder nie Nässe. Da Störche grosse Vögel sind, werden ihre Nester auch dementsprechend exponiert gebaut. So können sie diese auch gut anfliegen. Doch der Bau von diesen grossen Nestern führt dazu, dass sie dem Wetter ausgesetzt sind. Da die Nester so dicht gebaut sind, staut sich das Wasser und gefährdet dadurch die Storchenbabys. 

Renate Gugelmann sagt gegenüber TeleM1: «Durch das Wasser im Nest bekommen die Jungtiere kalte Füsse, Gefieder und einen kalten Körper. Es ist vergleichbar mit einer Grippe bei Menschen. Die Störche kriegen Fieber und sterben schlussendlich an einer Unterkühlung».

Wie Gugelmann erklärt, könne man den Jungen nicht helfen, da der Storch ein geschützter Vogel ist und darum auch das Nest nicht berührt werden darf. «So ist leider die Natur», sagt Gugelmann gegenüber TeleM1.

Zusätzlich sagt sie, dass es manchmal sehr brutal sei, vor allem mit anzusehen, wenn die Altstörche ihre Jungen lebendig aus dem Nest werfen, weil sie merken, dass die Jungtiere krank sind. «Das ist wirklich kein schönes Bild», so Gugelmann. 

Man kann nur hoffen, dass das Wetter besser wird und somit die Nester nicht mehr geflutet werden. Dann könnten noch immer dutzende Storchenbabys in Altreu überleben. Andernfalls kann es so enden wie im Jahr 2013, wo in Altreu nur drei Jungstörche aufgewachsen sind. (laz/ldu)