Hoher Besuch
Wegen Wahlkampf kommen jetzt die Bundesräte in den Kanton

Bald ist Wahlkampf. Und deswegen besuchen in den nächsten Wochen so viele Bundesräte wie selten sonst den Kanton. Mindestens vier der sieben Bundesräte werden hier vorbeischauen. Wer will, darf mit Johann Schneider-Ammann sogar Bier trinken.

Lucien Fluri
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Mindestens vier der sieben Bundesräte werden in den nächsten Wochen den Kanton Solothurn heimsuchen.

Mindestens vier der sieben Bundesräte werden in den nächsten Wochen den Kanton Solothurn heimsuchen.

Keystone

So ist das in Wahlzeiten: Mindestens vier der sieben Bundesräte werden in den nächsten Wochen den Kanton Solothurn heimsuchen und Werbung für ihre Parteikollegen machen.

Den Auftakt macht am 12. August Doris Leuthard. Wenn im Oensinger Bienkensaal die CVP-Nationalratskandidaten vorgestellt werden, ist auch die Magistratin anwesend. Die Verkehrsministerin hält in einem Referat einen Abriss über die nationale Verkehrspolitik und soll auch zu kantonalen Problemfeldern wie dem Weissenstein-Tunnel Stellung nehmen.

Wenig verwunderlich – und wohl nicht nur wegen des Wahlkampfs – ist der Bundesratsbesuch bei der SP. Denn die Solothurner Genossen feiern heuer ihr 125-Jahr-Jubiläum. Am 29. August, gleich zu Beginn der heissen Wahlkampfphase, wird Innenminister Alain Berset dem Festakt in der Solothurner Reithalle beiwohnen.

Bodenständige FDP

Leutselig ist die FDP: Sie hat ihren Bundesrat, Johann Schneider-Ammann, für den 18. September gebucht. Der Wirtschaftsminister wird bei der Solothurner Öufi-Brauerei auftreten. «Auf ein Bier mit dem Bundesrat», ist das Motto der Veranstaltung.

BDP: Vor- und Nachteile einer Bundesrätin als Symbolfigur

Und auch die kleinste Bundesratspartei, die BDP, wird Besuch von ihrem Aushängeschild bekommen. Doch die BDP-Kühlerfigur Eveline Widmer-Schlumpf ist nicht nur der Trumpf der Partei, sondern gerade in Wahlkampfzeiten kann es auch eine kleine Hypothek sein, die Bundesrätin zu stark in den Vordergrund zu rücken. So sehr sich die Solothurner BDP am Besuch von Widmer-Schlumpf freut, man will nicht nur über die eigene Bundesrätin definiert werden. «Wir haben mehr Themen», sagt BDP-Kantonalpräsident Markus Dietschi. Er verrät deshalb zwar, dass die Bundesrätin die Solothurner BDP-Sektion besuchen wird. Das Datum bleibt aber geheim und im Vorfeld wird es keine Werbung dazu geben. Klar ist einzig: Die Bündnerin wird an einem BDP-internen Anlass als Überraschungsgast auftreten.

Immerhin hofft Dietschi, dass es durch Berichte über den Besuch im Nachhinein doch einen Werbeeffekt gibt. 2011 hatte die BDP noch einen Anlass mit Widmer-Schlumpf organisiert. Damals allerdings, so Dietschi, sei der Zuschaueraufmarsch bei 30 Grad Aussentemperatur doch eher bescheiden gewesen.

Einzige Bundesratspartei ohne Bundesratsbesuch ist bisher die SVP. «Wir haben keinen konkreten Anlass geplant», sagt Parteipräsident Silvio Jeker. «Aber wenn das alle machen, müssen wir fast mitziehen.» Wer weiss, vielleicht wird also auch noch Ueli Maurer in den kommenden Wochen im Kanton weilen. Mit Eveline Widmer-Schlumpf als ehemalige SVP-lerin dürfte sich die Volkspartei wohl nicht begnügen.

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