Obergericht

Wegen versuchter Tötung angeklagt: Usbekin findet milde Richter

Das Obergericht gab sein Urteil bekannt. (Archivbild)

Das Obergericht gab sein Urteil bekannt. (Archivbild)

Die beschuldigte Usbekin, die am Mittwoch wegen eines Vorwurfs gegen versuchter Tötung vor Gericht war, erhielt ein milderes Urteil als erwartet.

Die Usbekin, die 2018 im Streit sturzbetrunken mit dem Brotmesser auf ihren Mann losging, erhält vom Obergericht nur 6 statt 14 Monate Haft. Dafür wird die Strafe nicht – anders als bei der Vorinstanz – zugunsten einer ambulanten Massnahme aufgeschoben. Das heisst, dass die Therapie während der Haft absolviert werden muss. Das Obergericht mit Daniel Kiefer, Rolf von Felten und Thomas Laube verurteilte die Frau für den Messereinsatz wie die Vorinstanz wegen versuchter schwerer Körperverletzung und entschied ebenso, der Kopfhieb mit einer Zigarettendrehmaschine sei nur einfache Körperverletzung.

Eine Tötungsabsicht habe nicht bestanden, deshalb treffe die Frau, die noch immer mit ihrem Mann zusammenlebt, nur ein leichtes Verschulden, vor allem weil sie stark alkoholisiert gewesen war. Das Risiko einer lebensgefährlichen Verletzung sei gering gewesen, die Folgen ebenfalls. Das Nachtatverhalten sei positiv. Vom Landesverweis wird abgesehen, da es ein schwerer persönlicher Härtefall wäre. Die positive Entwicklung sei sonst gefährdet. (omb)

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