Verwundete BDP

Wegen Streit: BDP will FDP-Kandidaten nicht unterstützen

Stefan Nünlist (FDP)

Stefan Nünlist (FDP)

Stefan Nünlist tritt für die Solothurner FDP zu den Ständeratswahlen an. Obwohl sein politisches Profil dem der BDP ähnlich ist, will ihn die Kleinpartei nicht unterstützen. Grund ist ein Streit zwischen den beiden Parteien.

Es ist ein Entscheid, der aufhorchen lässt: Die Solothurner BDP unterstützt im Ständeratswahlkampf «nur» den bisherigen CVP-Kandidaten Pirmin Bischof. Keinen Support von der Mittepartei erhält dagegen FDP-Mann Stefan Nünlist. Dies hat der BDP-Kantonalvorstand am Wochenende mitgeteilt. Noch 2015 hatte sich die BDP anders verhalten: Vor vier Jahren hatte die BDP sowohl Bischof als auch die damalige FDP-Kandidatin Marianne Meister unterstützt.

Warum die BDP Nünlist jedoch nicht unterstütze, da könne man «1 und 1 zusammenzählen», erklärt auf Nachfrage BDP-Kantonalpräsident Chris van den Broeke. Tatsächlich geht es nicht um Nünlists politische Positionen. Diese, so bestätigt van den Broeke, lägen der BDP nahe.

Es war ein herber Schlag für die BDP

Es sind atmosphärische Unstimmigkeiten, die zur Nicht-Empfehlung führen. Denn im vergangenen Dezember waren die beiden Solothurner BDP-Kantonsräte Markus Dietschi und Martin Flury zur FDP gewechselt. Für die Kleinpartei war dies ein herber Schlag. Denn Dietschi war nicht nur Gründungsmitglied und langjähriger Präsident der Solothurner BDP. Den Wechsel begründete er auch damit, dass er für die BDP selbst kaum Zukunftschancen sehe. Miteingefädelt hatte diesen Parteiwechsel, der bei den verbliebenen BDPlern gar nicht gut ankam, FDP-Kantonalpräsident Stefan Nünlist. «In dieser Konstellation können wir Stefan Nünlist nicht unterstützen», sagt Chris van den Broeke.

Käme es zu einem zweiten Wahlgang, würde man aber allenfalls auf den Entscheid zurückkommen und überlegen, ob man persönliche Gründe wegschieben wolle, sagt van den Broeke.

Dass man Pirmin Bischof unterstützte, darüber habe es gar keine Diskussionen gegeben, so van den Broeke. Zwar hadere man mit der Haltung der CVP bei der Heiratsstrafe. «Trotzdem war die Unterstützung von Pirmin Bischof für alle im BDP-Vorstand klar.» (lfh)

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