Solothurn
Wegen «Richter-Beisser» führt Obergericht eine Eingangskontrolle ein

Wer das Amthaus 1 in Solothurn, wo Obergericht und Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt untergebracht sind, betreten will, muss neu durch eine Eingangskontrolle. Den Ausschlag dafür gab die Attacke auf einen Richter.

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Verhandlungen im Solothurner Amthaus sind nicht mehr einfach zugänglich.

Verhandlungen im Solothurner Amthaus sind nicht mehr einfach zugänglich.

Oliver Menge

Weil ein Mann im Juni 2016 einen Richter angriff, entschlossen sich nun die Geschäftsleitungen des Obergerichts und des Richteramts Bucheggberg-Wasseramt aus Sicherheitsgründen, die freie Zugänglichkeit des Amthauses 1 in Solothurn aufzuheben.

Seit dem 22. November 2016 seien die Zugänge zum Amthaus 1 nun geschlossen, wie es in einer Mitteilung des Obergerichts heisst.

Besucherinnen und Besucher müssen sich neu bei einer Loge im Parterre anmelden. Laut Staatskanzlei entspricht diese Massnahme «dem heute üblichen Sicherheitsstandard von Gerichtsgebäude».

Er wollte Andres Z. verteidigen

Auslöser für diesen Schritt war die Attacke von Ende Juni 2016 bei der Verhandlung im Fall von St.-Ursen-Brandstifter Andres Z. vor dem Solothurner Obergericht. Es ging um dessen Verwahrung. Kuno W., ein Freund und Unterstützer des Angeklagten, hatte im Gerichtsgebäude den Gerichtsschreiber zusammengeschlagen und den Oberrichter Frank-Urs Müller in den Arm gebissen. Beide wurden ins Spital gebracht. Die Polizei war nach der Attacke eingeschritten und hatte W. abgeführt.

W. befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Gegen ihn läuft eine Strafuntersuchung wegen versuchter schwerer Körperverletzung sowie wegen einfacher Körperverletzung. Er ist bereits wegen eines Gewaltausbruchs vorbestraft.

Das Gefährdungspotenzial von W. war den Behörden bestens bekannt. (ldu)

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