Ein Traktandum der Regierungssitzung vom Dienstag: Aufhebung des Regierungsratsbeschlusses mit der Nummer 2018/1281 vom 21. August. Ein Blick in die Datenbank der Regierungsgeschäfte zeigt: Da ging es um Beförderungen im kantonalen Polizeikorps. Ein Wachtmeister und ein Korporal wurden zu Wachtmeistern mit besonderen Aufgaben, neun Gefreite zu Korporalen befördert. Haben sich gleich elf Angehörige des Polizeikorps etwas zuschulden kommen lassen, das ein disziplinarisches Eingreifen erfordert und zur Degradierung führt? Und wenn, warum rangiert ein solcher Entscheid unter den Routinegeschäften, müsste man da nicht schon eher einen Skandal wittern?

Polizeikommandant Thomas Zuber klärt auf: Für die Beförderungen im Korps sind klare Voraussetzungen im Gesamtarbeitsvertrag festgelegt. Für die Beförderung zum Korporal zum Beispiel fünf Dienstjahre als Gefreite(r), gute Qualifikationen, das Bestehen eines Weiterbildungskurses II und vier bestandene Fitnesstests.

Nun ist es keineswegs so, dass Polizeibeamte im Dutzend degradiert werden. Nur sei intern anlässlich der Vorbereitung für den entsprechenden Beförderungs-Beschluss des Regierungsrats irrtümlich eine Mitarbeitende für die Beförderung zum Korporal aufgeführt worden, obschon sie die dafür notwendigen Voraussetzungen hinsichtlich der bestandenen Fitnesstests gar nicht erfüllte, wie Zuber erklärt.

Der Fehler sei leider erst nach der Beschlussfassung durch den Regierungsrat festgestellt worden. Und weil die entsprechenden Regierungsbeschlüsse jeweils alle anstehenden Beförderungen in globo enthalten, muss nun jener vom 21. August widerrufen werden, um den Fehler zu korrigieren.

Die betroffene Polizistin wird ob der «Degradierung» kaum aus allen Wolken fallen. Der Umstand sei eigentlich im Voraus bekannt gewesen und der betroffenen Person auch kommuniziert worden, dass sie nicht befördert werden kann, so der Polizeikommandant. Nur eben dem Regierungsrat nicht.