Aargau / Solothurn

Wegen der WM wird weniger Blut gespendet: Pro Tag fehlen bis zu sechs Spender

In den Kantonen Solothurn und Aargau sind nicht nur die Blugruppen mit negativem Rhesusfaktor knapp. (Symbolbild)

In den Kantonen Solothurn und Aargau sind nicht nur die Blugruppen mit negativem Rhesusfaktor knapp. (Symbolbild)

Wie in der ganzen Schweiz fehlt es in den Kantonen Aargau und Solothurn an Blutspendern. Pro Tag fehlen zwei bis sechs Spender. Um diesem Engpass entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass trotz Ferien und Fussball-WM regelmässig gespendet wird.

Anfang Woche appellierte Blutspende SRK Schweiz an die Bevölkerung, vermehrt Blut zu spenden. Denn heuer zeichnen sich erstmals bereits vor Beginn der Sommerferien Probleme bei der Blutversorgung ab. So sind die Lagerbestände einzelner Blutgruppen bereits jetzt unter den Minimalbestand gefallen, wie die Blutspende SRK Schweiz AG mitteilte.

Auch in der Region Aargau-Solothurn fehlt es an Spendern. «Im Gegensatz zu den meisten Regionen fehlen in den beiden Kantonen nicht nur Blutgruppen mit negativem Rhesusfaktor sondern alle Blutgruppen», meint Dr. Rudolf Schwabe, Direktor Blutspende SRK Schweiz. Um die Versorgung garantieren zu können, sei es wichtig, dass die Zahl der Spender bald wieder zunehme.

Für Dr. Martin Wernli, Chefarzt und Direktor Blutspende SRK Aargau-Solothurn besteht allerdings kein Grund zur Panik. «Momentan haben wir pro Tag durchschnittlich 54 bis 58 Spender. Um den durchschnittlichen Bedarf zu decken, bräuchten wir rund 60 Spender. Es fehlen uns also rein statistisch gesehen zwei bis sechs Spenden pro Tag», so Wernli.

Spendenaufrufen und grossen Werbeaktionen steht er allerdings kritisch gegenüber. «Das Ziel sollte –ausser vielleicht im Ausnahmefall einer grossen Katastrophe - nicht sein, mit grossen Werbeaktionen innert kurzer Zeit viele Spender zu mobilisieren», meint der Chefarzt.

Wichtiger sei die feine Steuerung von Spenden und Lagerhaltung. Diese müsse auf den ständig schwankenden Bedarf abgestimmt werden. Für die Region Aargau-Solothurn bedeute dieses Feintuning lediglich einen Bedarf von zwei zusätzlichen Spenden an den jeweiligen Öffnungstagen in jedem der neun Spendeorte in der Region.

Sommerferien und Fussball-WM

Die Gründe für die knappen Blutreserven sind in den Kantonen Aargau und Solothurn die gleichen wie im Rest der Schweiz. «Wegen dem schönen Wetter und nicht zuletzt auch der Fussball-WM kommen weniger Leute spenden», meint Rudolf Schwabe. «Die Menschen kommen in dieser Zeit einfach weniger auf die Idee, Blut zu spenden. In den Sommerferien fallen dann wieder viele Spender weg, weil sie in die Ferien fahren.»

Bevor die Anzahl Spender in den Ferien wieder abnimmt, erwartet der Direktor der Blutspende SRK Schweiz AG aber erst eine Zunahme. «Der Aufruf fürs vermehrte Spenden hat bereits Wirkung gezeigt. Die Zahl der Spender ist schon ein wenig gestiegen. Ausserdem ist die Gruppenphase der Fussball-WM jetzt vorbei. Die Spiele finden nicht mehr täglich statt und die Leute nehmen sich eher Zeit, um zu spenden.»

Das WM-Out der Schweizer hingegen, habe kaum einen Einfluss. «Ich finde es natürlich auch schade, dass die Schweiz ausgeschieden ist. Aber für die Blutspende macht es kaum einen Unterschied, ob die Schweiz noch dabei ist oder nicht», meint Schwabe. Endgültig zunehmen werde die Zahl der Spender aber wohl erst nach den Sommerferien, wenn die Fussball-WM vorbei sei und alle wieder von ihren Ferien zurückgekehrt seien.

Martin Wernli blickt den Sommerferien weniger besorgt entgegen. «In den Frühlings- und Herbstferien ist die Schwankung meistens viel grösser als in den Sommerferien», so der Chefarzt. «Im Herbst und Frühling gehen praktisch alle in den gleichen zwei Wochen in die Ferien. Da die Sommerferien deutlich länger sind, gehen weniger potentielle Spender gleichzeitig in die Ferien und es sind mehr Leute da, die spenden.»

Wie hoch der Bedarf an Blutkonserven am Ende ist, könne man aber immer nur abschätzen. «Ein grosser Faktoren sind Verkehrsunfälle. Dass diese im Sommer zunehmen, kann gut sein», so Wernli. Der Bedarf an Blutkonserven sei deshalb im Sommer aber nicht zwingend grösser. «Denn der andere grosse Faktor, sind Operationen. Anders als die Unfälle, schwanken diese weniger.» Dass die Konserven wegen zu vielen Unfällen ausgehen, sei also unwahrscheinlich.

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