Luterbach-Härkingen

Wegen A1-Ausbau geht Land verloren: Bauern fordern Kompensation

A1 bei Oensingen: Sechsspur-Ausbau geht zulasten von Ackerland. (Archiv)

A1 bei Oensingen: Sechsspur-Ausbau geht zulasten von Ackerland. (Archiv)

Wertvolles Ackerland muss der künftig sechsspurigen Autobahnweichen. Solothurn und Bern setzen sich in einer gemeinsamen Planung für Kompensationen sein.

Der Ausbau der Autobahn A1 zwischen Luterbach und Härkingen auf sechs Spuren ist beschlossene Sache. Derzeit ist das Bundesamt für Strassen Astra mit der Ausarbeitung des Projekts beschäftigt. Negativ betroffen von der Verbreiterung der A1 ist unter anderem die Landwirtschaft in den Kantonen Solothurn und Bern. Laut Felix Schibli, Chef im kantonalen Amt für Landwirtschaft, gehen entlang der Achse Luterbach-Härkingen 16 Hektaren wertvollstes Ackerland verloren. Geplante Wildtierkorridore sowie Massnahmen im Bereich Hochwasserschutz werden dabei zu einem noch höheren Verlust an Fruchtfolgeflächen führen.

Um die Interessen der Landwirtschaft in die Ausarbeitung des Strassenprojekts einzubringen, starten die Kantone Solothurn und Bern anfangs Oktober einen gemeinsamen Prozess. Dies geht aus einer Mitteilung zu einer gemeinsamen «Landwirtschaftlichen Planung» hervor, die am Dienstag an die Medien sowie betroffene Verbände und Gemeinden verschickt worden ist. Mit im Boot sitzt auch das Bundesamt für Landwirtschaft.

Harte Diskussionen

Ziel dieser gemeinsamen «Landwirtschaftlichen Planung» ist es, so Felix Schibli, den Sechsspur-Ausbau möglichst «landwirtschaftsverträglich» zu gestalten. Zu diesem Zweck werden in den Prozess neben der Verwaltungsebene etwa auch die Bauernvertretungen beider Kantone sowie die Gemeinden miteinbezogen. Schibli: «Bei der Landwirtschaftlichen Planung handelt es sich um ein partizipatives Verfahren, das möglichst alle Anliegen aufnimmt, bewertet und eine Strategie formuliert.» Abgeschlossen werden soll dieser Prozess im September 2016.

Unter einer «landwirtschaftsverträglichen» Umsetzung des Sechsspur-Ausbaus versteht der Chef im Solothurner Amt für Landwirtschaft in erster Linie eine Kompensation der zubetonierten Fruchtfolgeflächen. Zwei Massnahmen stehen dabei im Zentrum, wie Felix Schibli erläutert. Zum einen könne minderwertiges Land zu hochwertigem Ackerland aufgewertet werden. Zum anderen ziehen die geforderten Kompensationen Strukturverbesserungsmassnahmen mit sich (Landumlegungen). Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, zumal die betroffene Region einigen Bedarf an Wohn- und Gewerbezonen reklamiert.

Die Interessen von Industrie und Gemeinden dürften jenen der Landwirtschaft also oft diametral entgegenstehen. Harte Diskussionen sind programmiert. Für Felix Schibli ist denn auch klar: «Ein Teil des Ackerlands wird wohl irreversibel verloren gehen.»

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